Streuobstwiese bei Warmbronn Wo die Trollblume nicht mehr zu Hause ist

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Beschwerdeführer Werner Müller (Zweiter von links) im Gespräch mit Regina Meier, der Leiterin der Naturschutzbehörde im Landratsamt. Rechts im Bild die diskutierte Hecke. Foto: factum/Bach

Leonberg - Naturschutz und Landwirtschaft, Naherholung und Bewirtschaftung – das müssen keine Gegensätze sein. Doch in Warmbronn bilden sich entlang dieser Begriffe derzeit regelrechte Fronten. Grund ist eine Auseinandersetzung zwischen einem örtlichen Bauern und Anwohnern über ein Streuobstwiesengebiet im Gewann Brenntenhau südlich des Leonberger Teilortes. Zwei kleine Flächen in dem Bereich sind als Naturdenkmale ausgewiesen – einmal eine geschützte Hecke und einmal ein Feuchtwiesenbiotop, zusammen nicht größer als 0,4 Hektar. Die Anwohner werfen dem Landwirt Martin Gommel vor, die Hecke beschädigt und die seltenen Pflanzen, wie die Trollblume der Feuchtwiese, durch Überdüngung der angrenzenden Streuobstwiese mit Gülle und Mist vergrämt zu haben (siehe nebenstehender Text).

Werner Müller, der Beschwerdeführer, hat sich mehrfach an die Stadtverwaltung und das Landratsamt gewandt, hat Briefe geschrieben und die vermeintlichen Verfehlungen aufgelistet, außerdem mittlerweile 100 Unterstützer-Unterschriften gesammelt. Er selbst lebt unweit des betroffenen Gebietes und ist dort in seiner Freizeit öfter unterwegs. „Für alles gibt es Fotos und Zeugenaussagen als Beweise“, sagt Müller, der seit rund 50 Jahren in Warmbronn lebt.

Die Kritik der selbst ernannten Naturschützer hat zu viel Unruhe im Teilort geführt. Einige befürchten, dass sich mit Martin Gommel der letzte noch verbliebene Vollzeit-Landwirt aus dem Teilort zurückziehen und ein Ortsfremder die Streuobstwiesen übernehmen könnte. Dieser nutzt die Grünflächen bislang, um Grünfutter für seine Tiere zu ernten.

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