Sommerferienprogramm Weil der Stadt Die Verwandlung vom Pony zum magischen Einhorn

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Mit viel Liebe putzen und verzieren die Mädchen die Pferde. Foto: factum/Weise

Weil der Stadt - Es gibt etwas am Äußeren eines Pferdes, das dem Inneren eines Menschen gut tut, sagte einst Winston Churchill. Damit hatte er nicht ganz unrecht. Denn die moderne Pädagogik macht sich das Pferd zu Nutzen, um Kindern in ihrem Alltag ein Ventil zu bieten.

Die Reitpädagogin Anja Merz hat den Einhorntag auf ihrem Reiterhof im Weiler Teilort Münklingen veranstaltet. Ihr Ziel: Die Kinder spielerisch zu fördern und kreativ zu beschäftigen. Aber warum mit Pferden? „Das Pferd dient als Motivator, denn damit verbinden die Kinder Spaß“, erzählt Anja Merz. „Mit ihnen kann das Lernen Freude machen. Zum Beispiel einfache Mathematikaufgaben könnten zusammen mit dem Pferd spielerisch gelöst werden.“

Nicht nur der Spaß steht dabei im Vordergrund. Die Sommerferienaktion hat auch ernsthafte Aspekte. „Die Kinder sollen auf dem Rücken der Pferde Selbstbewusstsein aufbauen und Gleichgewicht bekommen, aber auch ihre motorischen Fähigkeiten verbessern“, erklärt Anja März.

Fünf Pferde auf dem Hof

Dass die Kinder Freude an den Pferden haben, ist schon auf den ersten Blick ersichtlich. Zum einen können sie kaum ruhig auf der Bank sitzen, ohne zu fragen: „Wann reiten wir?“ Etwa so wie die siebenjährige Lea, noch bevor sie überhaupt mit der ersten Aktivität fertig ist. Zum anderen sieht man es an den passenden Outfits der Mädchen. Lisa trägt ein Oberteil, auf dem „Unicorn University“ steht, was auf Deutsch soviel wie „Einhorn Universität“ bedeutet.

„Auf dem Hof befinden sich fünf Pferde, vier davon sind meine eigenen, und das andere, ,Nacho’, steht zur Miete hier“, sagt Anja Merz. „Nacho und eines meiner Tiere wurden aus Irland gerettet, denn dort gehört es fast zum Alltag, dass Pferde ausgesetzt werden.“

Bei der Arbeit mit Pferden ist es wichtig, dass die Tiere auch charakterlich zu den Kindern passen. „Ihr Wesen muss menschenbezogen sein: neugierig, verspielt und zutraulich.“ Genau diese Eigenschaften vereinen auch die Pferde von Anja Merz. Denn diese bleiben ruhig und gelassen, egal wie viele Mädchen um sie herumstehen und sie streicheln wollen.

„Darf ich ein Pferd rausholen?“, fragt Finja ganz aufgeregt. Und schon wird das erste Pferd „Charlie“ nach draußen gebracht. Die Kinder tummeln sich sofort um ihn herum. Die ersten beginnen mit dem Striegeln, während die anderen warten, bis das nächste Tier aus dem offenen Stall gelassen wird. Denn manche haben ihr Lieblingspferd gewählt und wollen unbedingt nur das striegeln, schmücken und reiten. Nach dem Putzen holt Anja Merz Fingerfarbe und Kreide. Jetzt dürfen die Kinder die Pferde bemalen und sie kunterbunt gestalten.

Beim Bemalen müssen die Kinder vorsichtig sein

Was genau die Mädchen auf das Fell malen, haben sie sich schon vorher überlegt: von Spiralen bis hin zu Regenbögen ist alles dabei. Am Ende sind die Pferde mit Punkten, Handabdrücken und Herzen übersät. Auch die Mähne wird bunt gestaltet mit Kreide und Flechtkünsten. Außerdem bekommen die Tiere Haarreife aufgesetzt mit einem Horn darauf, damit sie wie waschechte Einhörner aussehen. So einfach, wie sich es anhört, ist es aber nicht.

Charlie, ein sehr verspieltes Pferd, stößt den Haarreif an einem Balken immer wieder runter und versucht, ihn zu essen. Für die Kinder ein großer Spaß. Zum Schluss steht dann aber doch ein fertiges Einhorn auf dem Hof. Lea fasst die Verwandlung knapp zusammen: „Abrakadabra: Pferd wird zum Einhorn. Hex Hex.“

Aber macht das Bemalen den Pferden nichts aus? „Nein“, sagt Anja Merz. Denn die Pferde werden ausschließlich mit abwaschbarer Fingerfarbe bemalt. Neben dieser Maßnahme erklärt sie den Mädchen, dass sie beim Bemalen nicht an offene Wunden kommen und auch ausreichenden Abstand zu den Augen lassen sollen.

Von der Aktion bleiben vor allem schöne Erinnerungen zurück. Die achtjährige Finja hat sich hier zum Ersatz für einen Sommerurlaub eingetragen. Sie war in den Jahren davor bei zwei ähnlichen Veranstaltungen und sagt: „Das hier ist am besten gewesen.“ Auch Lea bereut ihre Wahl beim Sommerferienprogramm nicht: „Es war eine richtig tolle Entscheidung“, sagt das Mädchen und lacht.

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