SKV Rutesheim gegen TSV Ilshofen Nach dreieinhalb Stunden ist der Spuk vorbei

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Im ersten Durchgang wird noch bei schönstem Sonnenschein gespielt: Schlussmann Julian Bär und die SKV Rutesheim erwehren sich dem Ansturm des TSV Ilshofen. Foto: Hartmut Ruffer

Rutesheim/Ilshofen - Die Herberger’sche Fußball-Weisheit, dass ein Spiel 90 Minuten dauert, ist schon längst überholt. Unter 93 oder 94 Minuten geht so gut wie nichts mehr. Das gilt für die SKV Rutesheim nun auch nicht mehr. Das Saisonfinale beim TSV Ilshofen brachte es auf sage und schreibe 210 Minuten. Mit einem für die Gäste frustrierenden Ende.

Zwar hatten sie bei dem Tabellenzweiten ein 1:1 erkämpft. Doch das reichte nicht, um den Relegationsplatz noch verlassen zu können. Aufgrund der schlechteren Tordifferenz gegenüber dem VfB Neckarrems muss Rutesheim nun nachsitzen. „Wir haben 35 Punkte in dieser Liga geholt und stehen jetzt mit leeren Händen da. Das fühlt sich für mich im Moment richtig mies an“, sagte Trainer Rolf Kramer. Am 24. Juni trifft seine Mannschaft auf einen Tabellenzweiten aus den Landesligastaffeln 1 bis 4: FV Löchgau, TSGV Waldstetten, SV Zimmern oder TSV Berg. Ausgespielt wird dann der Platz in der Verbandsliga.

Beide Mannschaften wollen unbedingt weiterspielen

Ein Gewitter, das partout nicht abziehen wollte, hatte in Ilshofen zu der fast zwei Stunden andauernden Spielunterbrechung geführt. Weil beide Mannschaften die Begegnung unbedingt zu Ende bringen wollten, ließ sich der Schiedsrichter Andreas Iby, der telefonisch Rücksprache mit Verantwortlichen des württembergischen Fußballverbandes hielt, auf diese Wartezeit ein. Unter normalen Umständen hätte er die Partie schon längst abbrechen müssen.

Die Zwangspause beim Stand von 1:0 für Ilshofen drei Minuten nach dem Wechsel führte zu einer kuriosen Situation. Alle anderen Spiele der Liga waren bereits beendet. Weil der 1. FC Normannia Gmünd mit 2:0 in Essingen gewonnen und damit die Meisterschaft gesichert hatte, ging es für die Gastgeber um nichts mehr. Der Titel war futsch, der Relegationsplatz sicher.

Im ersten Durchgang hatten die Mannen um den nimmermüden Antreiber Ralf Kettemann viel Druck gemacht. Mehr als ein Treffer von Michele Varallo (20.) kam dabei aber nicht heraus. Bis auf die Chance für Paul Weber (44.) fehlten weitere ganz klare Möglichkeiten. Rutesheim verlegte sich auf Konter, kam aber nur einmal durch Jonas Arcalean zum Abschluss (18.).

Mehr Tempo nach der Zwangspause

Das Bild änderte sich nach der Gewitter- und Regenunterbrechung. Mit den Einwechslungen von Dennis Schwenker, Joshua Schneider und Keven Müller kam mehr Tempo und Zug auf den Außenpositionen ins Rutesheimer Spiel. Der Spannungsabfall auf Ilshofener Seite war unübersehbar, zumal auch noch nach und nach die Stammkräfte Kettemann, Varallo und Weber ausgewechselt wurden. Nach 69 Minuten war es dann soweit. Keven Müller setzte auf rechts zu einem unwiderstehlichen Solo an, bediente Steffen Hertenstein – 1:1 (69.).

Jetzt fehlte nur noch ein Treffer, um den VfB Neckarrems vom 12. Tabellenplatz zu verdrängen. Die mitgereisten Fans hatten den Torschrei schon auf den Lippen, doch Steffen Hertenstein schoss den Ball aus aussichtsreicher Position vorbei (80.).

Nach dem Spielbeginn um 15.30 Uhr pfiff Andreas Iby um kurz nach 19 Uhr ab. Die letzte Entscheidung war gefallen. Die SKV Rutesheim muss im dritten Jahr in Folge in die Relegation. Zweimal ging es um den Aufstieg, diesmal soll es der Klassenerhalt sein. SKV Rutesheim: Wellert, Wemmer, Haug (46. Schneider), Trefz, Weiß (46. Schwenker), Baake, Gebbert (85. Alberici), Elfadli, Arcalean (62. Müller), Hertenstein.

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