Schülerverpflegung in Gerlingen Döner und Co sind beliebter als Mensaessen

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Spaghetti mit Tomatensoße kommen bei Kindern immer gut. Foto: dpa

Gerlingen - Wer geht regelmäßig in die Mensa?“ Keine Hand hebt sich. Der Test am Sitzungstisch zeigt Typisches: Eine Umfrage des Jugendgemeinderates an Gerlinger Schulen hat verdeutlicht, was jeden Tag im und um das Schulzentrum zu beobachten ist: Die Schulmensa wird nur von etwa 100 Kindern besucht – die vor allem aus der Grundschule kommen, dazu ein paar Zehn- oder Elfjährige aus Realschule oder Gymnasium. In den Imbisslokalen und bei den Bäckern drängen sich über Mittag die Schüler.

Der Jugendgemeinderat hat sich mit seiner Umfrage kurz vor den Ferien in die Planungen für eine neue Schulmensa eingeschaltet, die mit der Realschulsanierung entstehen soll. Die jungen Räte wollten herausfinden, warum Schüler in die Mensa gehen – oder nicht. Die große Mehrheit hat ein Problem: Die bisherige Mensa ist „uncool“, wie die jungen Leute sagen. „Man“ geht dort nicht hin, weil die anderen das auch nicht tun. „Die jetzige Mensa bedient die Grundschüler der Ganztagsschule“, sagte Stefan Fritzsche vom Amt für Jugend, Familie und Senioren, „es ist nachvollziehbar und normal, dass die Älteren nicht kommen.“ Das sei eine landesweite Erfahrung. Von der siebten Klasse an würden Schulmensen kaum mehr genutzt.

Mehr als 400 Mitschüler befragt

Genau 407 Kinder und Jugendliche haben an der Umfrage teilgenommen: 105 von der Klasse zwei und vier der Pestalozzigrundschule, 135 von der Realschule (Klassen fünf bis neun) und 167 vom Gymnasium (Klassen fünf bis elf). Von den Grundschülern geht ein Viertel in die Mensa, von Realschule und Gymnasium sind es nur sechs Prozent. Die Freunde beim Mittagessen dabei zu haben, ist für die meisten sehr wichtig. Schon die Unterstufenschüler, also Elf- bis Dreizehnjährige, wollten nicht mehr zusammen mit Grundschülern sein, diese seien zu laut. Eine gute Schulmensa müsse in einem schönen Gebäude sein und genügend Platz bieten.

Auch zum eigentlichen Thema, dem Essen, gab es aussagekräftige Meinungen: Die Kategorie „gut, gesund und lecker“ wurde 262 Mal genannt, „preiswert und günstig“ 60 Mal. 110 Befragte würden höchstens drei bis vier Euro bezahlen, 130 vier bis fünf Euro. Auch Abwechslung im Speiseplan, Frische und große Auswahl spielten eine Rolle. Wohingegen die Kategorien vegan, vegetarisch oder halal mit 27 Nennungen keine große Rolle spielten. Mit 48 Mal weit öfter genannt wurde die Kategorie „hygienisch und sauber“ – und als wichtiger eingestuft.

„Die Ideen werden einfließen in die Planung“, sicherte die Erste Beigeordnete Martina Koch-Haßdenteufel zu. Die Planer müssten jetzt überlegen, die Mensa so auszugestalten, dass alle zufrieden seien. Und man müsse vor allem „darüber sprechen, wenn es soweit ist“. Die Räume zu trennen für verschiedene Altersgruppen sei jedenfalls eine gute Anregung, so Fritzsche.

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