Sanierungsgebiet Flacht Der Fördertopf steht jetzt noch mehr Leuten offen

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Das ursprüngliche Sanierungsgebiet und seine Erweiterung. Foto: StZ/oli

Weissach - Klar, ein Fachwerkhaus aufwendig zu sanieren, ist weit teurer, als es einfach abzureißen und ganz neu zu bauen – oder einfach gar nichts daran zu machen. Doch die Entscheidung zu einer großflächigen Sanierung, egal ob Fachwerk oder nicht, treffen vor allem Privateigentümer nicht leichtfertig. Förderprogramme des Landes sollen Hauseigentümern in den Ortskernen einen Anreiz bieten, ihre vier Wände wieder auf Vordermann zu bringen, indem sie zu den Arbeiten Zuschüsse gewähren, – mit dem Ziel, das Ortsbild zu verschönern. Für den Ortskern Flacht hat der Weissacher Gemeinderat das Sanierungsgebiet jetzt erweitert.

Leonberger Straße neu dabei

Das bisherige Gebiet umfasste große Teile der Bergstraße und der Seitenstraße, nun kamen Teile entlang der Leonberger Straße hinzu. Dort gab es „Anzeichen auf einen städtebaulichen Verbesserungsbedarf“, wie es in der Beschlussvorlage heißt, ­worauf der Gemeinderat die STEG Stadtentwicklung beauftragte, den Bedarf genauer zu untersuchen. Zum Bedauern der Verwaltung kamen auf direkte Anfrage zu den 31 Gebäuden von den Eigentümern nur fünf Antworten zurück. „Wir sind darauf angewiesen, dass die Eigentümer mit­machen“, sagt der Bürgermeister Daniel Töpfer. Immerhin möchten wohl drei der Antwortenden ihr Gebäude erneuern, ein Eigentümer ist verkaufsbereit.

Trotz der geringen Resonanz will die Gemeinde daher das Sanierungsgebiet ­entsprechend erweitern. Nach seiner Erfahrung sei es oft so, dass, wenn ein Eigentümer erst mal mit der Sanierung anfängt, andere nachziehen. Die Ratsmitglieder ­sahen es ähnlich. „Ich finde es gut, dass wir das machen“, so Detlef Bausch von den Freien Wählern. „Eigentümer wechseln schließlich auch mal.“ Ein Sanierungsgebiet „lebt, da tut sich immer wieder etwas“, zeigt sich Daniel Töpfer überzeugt. Insgesamt stehen für das Sanierungsprogramm „Ortskern Flacht“ rund 1,3 Millionen Euro zur Verfügung. An der Fördersumme ändert sich mit der Erweiterung des Gebiets nichts, erklärt Töpfer. Das gleiche Geld wird also nur auf mehrere Köpfe verteilt. Allerdings: „Bei Bedarf kann man auch eine Aufstockung beantragen.“ Sollte der Sanierungswille der Flachter also wirklich so groß sein, dass der Fördertopf ­irgendwann aufgebraucht ist, könnte weiteres Geld hinzukommen.

1,3 Millionen Euro sind im Topf

Ebenfalls nicht in Stein gemeißelt sind die jetzt gesetzten Grenzen des Sanierungs­gebiets. Auch hier ist wieder der Bedarf ­entscheidend: Wenn sich in einem angrenzenden Bereich außerhalb des Sanierungsgebiets mehrere Eigentümer finden, die sich beteiligen möchten, könnte das Thema erneut auf die Tagesordnung kommen. ­„Sanierungsgebiete werden oft mehrfach erweitert“, so Töpfer.

Von den 1,3 Millionen Euro tragen das Land je 60 Prozent und die Gemeinde 40  Prozent der anfallenden förderfähigen Kosten. Förderfähig sind zum Beispiel energetische Sanierungen – vom neuen Dach über die Fassadendämmung bis zur neuen Heizungsanlage –, aber ebenso andere zukunftsweisende Änderungen wie barrierefreie Zugänge oder ein Umbau, durch den mehr Wohnraum geschaffen wird. Wer sich für das Förderprogramm ­interessiert, kann sich mit der Gemeindeverwaltung in Verbindung setzen.

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