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RutesheimFlammenmeer in kurzer Zeit

Sven Hahn, vom 06.09.2013 17:37 Uhr
  Foto: Annika Müller
 Foto: Annika Müller

Rutesheim - Kurz vor 12 Uhr sind die ersten ­Sirenen zu hören. Am Ortseingang von Rutesheim ist ein Feuer ­ausgebrochen. Eine der Hallen im ­Gewerbegebiet Schertlenswald steht in Flammen. Die Rauchschwaden sind ­zwischenzeitlich bis nach Leonberg und darüber hinaus zu sehen.

Die brennende Halle ist ein Lager für Bauabfälle und gehört zur Container und Abbruchfirma Schwarz GmbH des ­Leonberger CDU-Stadtrats Gerhard Schwarz. „Ich war mit einem Mitarbeiter auf dem Gelände“, berichtet Schwarz am Nachmittag, „wir haben zwischen den ­Abfällen eine kleine Flamme entdeckt. Das muss gegen halb zwölf gewesen sein.“

Schwarz handelt schnell. Er löst Alarm bei der Feuerwehr aus , beginnt gemeinsam mit seinen Angestellten die Maschinen und Fahrzeuge des Betriebs in Sicherheit zu bringen. „Zeitgleich haben wir versucht, das Feuer mit dem Wasser aus einem Gartenschlauch zu löschen“, berichtet Schwarz, „aber da hatten wir keine Chance.“ Seine Versuche das Feuer zu bekämpfen, sind wie ein ­kleiner Tropfen auf einen großen, heißen Stein. „Das ging alles rasend schnell“, ­berichtet der Gemeinderat. „In zehn Minuten war alles ein Flammenmeer.“

Die Halle von Gerhard Schwarz befindet sich aus Richtung Leonberg kommende ­nahe des Rutesheimer Ortseingangs. Nur wenige hundert Meter entfernt liegt das Gelände der ehemaligen Druckerei Drescher. Schwarz hat sein Unternehmen 1990 im Leonberger Teilort Gebersheim gegründet und war später aus Platzgründen nach Rutesheim abgewandert.

In seiner Halle ­lagern zumeist Bauabfälle, Schutt und Erdaushub – teilweise auch Papier und Kartonagen „Unser Lager wird jede Woche komplett geleert“, sagt Schwarz. Es dient als Umschlagplatz für Abfälle. Etwa 15 Tonnen lagern zum Zeitpunkt des Feuers in der Halle – und verbrennen.

„Ich habe keine Ahnung was das Feuer ausgelöst hat“, sagt der betroffenen ­Firmenchef. „Als wir gesehen haben, dass es brennt, war der Rauch schon so dicht, dass wir nichts genaues erkennen konnten.“ Die Folgen des Großbrands kann Schwarz am Nachmittag – nur wenige Stunden nachdem er das Feuer entdeckt hat – noch nicht abschätzen. „Zuerst muss sich ein Statiker das Gebäude genau ansehen“, erklärt er. Ob der Betrieb schon am Montag wie gewohnt weiter gehen wird, ist derzeit noch nicht klar.

„Das wichtigste ist, dass keine Menschen verletzt wurden“, sagt der Firmeninhaber. Doch das liegt wahrscheinlich daran, dass der Unternehmer das Feuer so schnell entdeckt hat. „Wäre das in der Nacht oder am Wochenende passiert, hätte das alles ganz anders ausgehen können“, sagt der Leonberger Stadtrat.

Schon am Nachmittag war der Spuk wieder vorbei. „Die meisten Feuerwehrleute sind schon wieder abgefahren“, sagt Schwarz um 15.3o Uhr. „Wir wurden um 11.28 Uhr alarmiert“, berichtet Thomas Duppel, der Abteilungskommandant in Rutesheim. Die Feuerwehr war mit 135 Mann im Einsatz. „Zusätzlich waren noch etwa 20 Helfer von Polizei und Rotem Kreuz vor Ort“, sagt der Kommandant. „Wir gehen nicht von Brandstiftung aus“, erklärt Duppel, „das Feuer ist ja mitten am Tag ausgebrochen.“ Der Kommandant bestätigt: „Ein Statiker muss sich das Gebäude ansehen. Zwar war die Halle während des Einsatzes stabil, doch sie hat definitiv etwas abbekommen.“

Die Polizei geht beim derzeitige Stand der Ermittlungen davon aus, dass sich die Abfälle selbst entzündet haben: „Aufgrund der unterschiedlichen Zusammensetzung des Abfalls ist das möglich“, erklärt der Sprecher der Böblinger Polizei, Uwe ­Vincon. Zwei Supermärkte und eine ­benachbarte Firma wurden von der Polizei vorsorglich wegen des Feuers zeitweise evakuiert.

„Der Schaden, den der Brand verursachte, wird auf mehrere hunderttausend Euro geschätzt“, erklärt der Polizeisprecher weiter. Wegen der starken Rauchentwicklung hat die Polizei mehrere Straßen, darunter die Kreisstraße 1082 zwischen der Leonberger- und Gebersheimer Straße vorüberübergehend gesperrt.

Augenzeugen und Nutzer des sozialen Online-Netzwerks Facebook beklagten sich am Nachmittag über Schaulustige. In der Folge kam es auf den Straßen rund um Rutesheim zu einem Unfall: „Ein 48-jähriger Volvo-Fahrer wurde durch die Rauchentwicklung abgelenkt, weshalb er eine Kollision mit rund 5000 Euro Sachschaden verursachte“, sagt Uwe Vincon.

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