Rutesheim: Baustelle bis Oktober Längere Abbiegespur soll Staus verhindern

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Die Linksabbiegerspur auf die A 8 ist seit Dienstag gesperrt. Sie soll wegen des großen Rückstaus verlängert werden. Foto: factum/Bach

Rutesheim - Wer in den kommenden Wochen mit dem Auto um Rutesheim herum unterwegs ist, sollte deutlich mehr Zeit und Geduld mitbringen. Denn neben den Arbeiten an der Einmündung der Steinbruchstange Heimsheim in die Landesstraße 1179 (Westumfahrung) haben seit dem gestrigen Dienstag auch die Umbauarbeiten auf der Landesstraße 1180 begonnen, die nunmehr auf einer Länge von 250 Metern bis voraussichtlich Ende Oktober zwischen Perouse und Rutesheim gesperrt ist.

Der Grund dafür ist, dass die Linksabbiegerspur bei der Anschlussstelle Rutesheim auf die Autobahn 8 in Richtung Stuttgart nur sechs Fahrzeuge fasst, weil dahinter eine Verkehrsinsel steht, die Fußgängern und Radfahrern die Überquerung der Landesstraße 1180 erleichtert. „Das siebte und jedes weitere Auto, das auf die A 8 abbiegen will, steht auf der weiterführenden Geradeausfahrbahn und sorgt für einen Rückstau“, weiß Martin Killinger, der Erste Beigeordnete der Stadt Rutesheim. Geplant worden sei dieser Straßenabschnitt in den 90er Jahren, gebaut worden zwischen 2006 und 2008. „Damals haben die Kapazitäten noch ausgereicht, aber inzwischen hat sich der Wirtschaftsraum Rutesheim vor allem durch die Erweiterungen der Firmen Bosch und Porsche sehr dynamisch entwickelt“, erklärt der Erste Beigeordnete.

Linksabbiegerspur wird auf 250 Meter verlängert

Die Lösung des zu kurzen Auffahrstreifens ist laut Killinger nun, dass die Verkehrsinsel abgebaut wird und auf 250 Metern Länge zwei Fahrspuren zwischen Perouse und Rutesheim gebaut werden. Die linke Spur wird dabei komplett zur Linksabbiegerspur, die rechte führt geradeaus weiter. Die Verkehrsinsel für Fußgänger und Radfahrer wird in die bestehende Ampelanlage an der Anschlussstelle Rutesheim verlegt und dort als neuer Übergang integriert.

Zu diesem Projekt der so genannten Ostumfahrung gehört auch eine neue 4,50 Meter hohe Geh- und Radwegbrücke über die Umgehungsstraße im Osten von Perouse, über die Radfahrer und Fußgänger die neue vierspurige Straße gefahrlos überqueren können. „Der Ortsteil Perouse hat rund 1250 Einwohner, aber keine Schule. Es gibt daher viel Radverkehr, weil die Jungen und Mädchen alle mit dem Fahrrad von Perouse nach Rutesheim oder Leonberg fahren“, weiß Killinger. Eine Brücke sei die bessere Lösung als eine weitere Ampel, da man bei einer vierspurigen Straße lange Grünphasen für Fußgänger einplanen müsse, was zu langen Rotphasen für die Autofahrer führe.

Allein die Geh- und Radwegbrücke kostet 740 000 Euro

Ebenso gehört zum Projekt Ostumfahrung der restliche Teil eines Lärmschutzwalls, mit dem Perouse akustisch lückenlos vom Verkehrslärm abgeschottet werden soll. „Das wird ein Quantensprung für Perouse“, ist sich Killinger sicher. Gebaut wird der restliche Wall in der Verlängerung der heutigen Kreisstraße 1013 zwischen Perouse und Malmsheim und der Wohnbebauung im Osten von Perouse über das Wohngebiet Förstle hinaus.

„Auf der Perouser Seite wird der Wall eine sanfte Steigung von maximal sechs Prozent haben, so dass auch Senioren mit Rollator und Rollstuhlfahrer keine Probleme haben“, erläutert Martin Killinger.

Die Kosten für das gesamte Projekt belaufen sich für die Stadt auf knapp sechs Millionen Euro. Allein die Geh- und Radwegbrücke schlägt mit rund 740 000 Euro zu Buche. Zudem zahlt Rutesheim eine Abschlagszahlung von knapp 100 000 Euro an das Land Baden-Württemberg, damit dieses künftig den Unterhalt für das Bauwerk übernimmt. Das Land beteiligt sich mit 330 000 Euro an den Kosten.

Die Umleitung für den gesperrten Abschnitt erfolgt über Perouse und Flacht. Auch die Busse der Firma Seitter fahren über diese Strecke. Daher entfallen auf der Linie 653 die Haltestellen „Minigolfplatz“ und „Drescherstraße“.

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