Rutesheim 3:6 – SKV von allen guten Geistern verlassen

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Ein halbes Dutzend Gegentore: Da mögen der Rutesheimer Trainer Rolf Kramer (rechts) und ein Teil der Wechselspieler gar nicht mehr hinschauen. Foto: Andreas Gorr

Rutesheim - Es war nicht mehr zum Mitansehen. Der Rutesheimer Trainer Rolf Kramer starrte schon im ersten Durchgang immer wieder sekundenlang mit gesenktem Kopf vor sich auf den Boden oder kauerte sich fast schon apathisch und wortlos auf seine Trainerbank. Bereits fünf Minuten vor dem Abpfiff sammelte der Coach die Bälle ein und stupfte sie ins Ballnetz. Ohnmacht. So fühlt sich ein Trainer, wenn ein Spiel so läuft, wie das der SKV Rutesheim gegen den Tabellenvorletzten aus Albstadt.

Das Rutesheimer Team hat in der mittlerweile über sechs-jährigen Amtszeit von Rolf Kramer schon einige kuriose Ergebnisse und Spiele geliefert. So etwas aber noch nicht. Was den Übungsleiter sichtlich irritierte. „Da hat so ziemlich alles gefehlt, egal ob mit dem Ball oder im Spiel gegen den Ball. Da war keine Bereitschaft zu erkennen und keine Grundaggressivität. So haben wir in der Liga nichts verloren. So haben wir keine Chance“, sagte der Trainer nach dem Abpfiff.

Taktische Variante zieht nicht

Dazu kam auch noch, dass sich die taktische Variante des Coaches als Fehlgriff erwies. Mit Daniel Elfadli, Tobias Gebbert und Tobias Weiß hatte er vor der Viererkette drei zentrale Mittelfeldspieler aufgeboten. Schon früh zeigte sich, dass dieses Trio weder Akzente setzen, noch das Spiel des Gegners nach vorne unterbinden konnte. Um die Mannschaft nicht noch mehr durcheinander zu bringen als sie es ohnehin schon war, änderte er die personelle Zusammensetzung erst in der Pause und brachte mit Sebastian Lenhardt, Joshua Schneider und Moritz Wemmer drei neue Spieler.

Zu diesem Zeitpunkt war es um die SKV Rutesheim schon geschehen. Völlig verunsichert durch das fehlerbehaftete eigene Spiel lag die Mannschaft schon mit 0:3 hinten. Das Unheil nahm in der 12. Minute seinen Lauf, als Matthias Endriß nach einer Ecke sieben Meter vor dem Tor freistand und zum 1:0 traf. Ein Fehlpass von Joshua Trefz leitete das 0:2 durch Pietro Fiorenza ein (14.). Dann hatte der Stürmer Glück, dass sein abgefälschter Freistoß zum 3:0 im Tor landete (39.). Passend für diese Partie: Auf der Gegenseite landete der ebenfalls abgefälschte Schuss von Gianluca Crepaldi am Außenpfosten (20.).

Nachdem der FC Albstadt schon im ersten Durchgang noch höher hätte führen können, holte er Versäumtes gleich nach dem Wechsel nach. Erneut Fiorenza (48.), Endriß (54.) und Rico Vettermann (57.) machten das halbe Dutzend voll.

Hattrick schönt das Ergebnis

Danach ließen es die Gäste schleifen und schalteten mindestens einen Gang zurück. Das nutzte Gianluca Crepaldi. Dem Torjäger gelang innerhalb von 18 Minuten ein Hattrick. Seine Saisontore 7 bis 9 erzielte er in der 72., 76. und 90. Minute. Freuen konnte er sich darüber allerdings nicht. In der Ursachenforschung für das Desaster tat er sich genauso schwer wie sein Trainer: „Ich glaube, für manche ist es nicht so einfach sich umzustellen, dass wir jetzt da unten drin stehen. Einige Spieler waren viel zu sehr damit beschäftigt, sich selbst aus diesem Loch herauszuholen. Wir können in der Liga aber nur bestehen, wenn wir als Kollektiv stark sind und uns gegenseitig unterstützen.“

SKV Rutesheim: Milcic, Wellert (46. Wemmer), Haug, Trefz, Schwenker (55. Vaihinger),  Elfadli, Gebbert (46. Schneider), Weiß (46. Lenhardt), Baake, Hertenstein, Crepaldi.

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