Renninger Krippe 75 000 Euro machen viele satt und lindern Not

Von
Aus dem Südsudan erreichte Franz Pitzal überraschend ein Hilferuf. Als Soforthilfe wurden 5000 Euro bereitgestellt. Foto: Katholische Kirche

Renningen - Eine beeindruckende Spendensumme von rund 75 000 Euro ist dank der Renninger Krippe zusammengekommen. Das Geld wird und wurde für gute Zwecke auf der ganzen Welt eingesetzt, berichtet der Pfarrer der katholischen Kirchengemeinde, Franz Pitzal. Ein großer Teil floss nach Syrien und Madagaskar, Projekte in sechs unterschiedlichen Ländern wurden bisher bedacht.

„Wir sind erstaunt, dass es so viel geworden ist“, erzählt Franz Pitzal. „Das war eine Überraschung für den ganzen Stiftungsrat.“ Zwar habe er die Zahl aus dem Vorjahr nicht mehr parat, „aber es ist auf jeden Fall deutlich mehr“. Umso erstaunlicher findet er das, da zwar die Veranstaltungen der diesjährigen Krippe immer sehr gut besucht waren, die Besucher während der sonstigen Öffnungszeiten aber spürbar weniger waren als in der Vergangenheit. Den Grund dafür vermutet er darin, dass die überregionalen Medien in dieser Saison nicht über die Aktion berichtet hatten. Franz Pitzals besonderer Dank gilt nun den Spendern und den Helfern der Krippe, die anderen Menschen mit ihrem Beitrag „ein Hoffnungszeichen für eine festere und stärkere Zukunft“ gegeben haben.

Schwerpunkt ist Syrien

Schwerpunkt bei der Spendenvergabe war dieses Mal die Hilfe für die Flüchtlinge in Syrien. „Patriarch Gregorios III von Damaskus hat in Bloudan und Seidnaya Begegnungsstätten für Flüchtlingsfamilien eingerichtet“, berichtet Pitzal. Dort würden sie betreut, während sie darauf warten, dass sie bald in die noch immer umkämpften Gebiete um Aleppo und andere Städte zurückkehren können. Insgesamt gingen 27 000 Euro von der Krippe nach Syrien. Ein weiteres Großprojekt ist der Bau einer Schule samt Unterkunftsmöglichkeiten im kleinen Ort Sarobaratra in Madagaskar. „Hier konnten wir mit 20 000 Euro helfen.“

In Eritrea im Nordosten Afrikas wurden Waisenkinder mit 5000 Euro für Kleidung, Schulmaterial und eine medizinische Grundversorgung unterstützt. In Brasilien konnte eine Turnhalle in Embu (in der Nähe von Sao Paolo) mit den gespendeten 10 000 Euro fertiggestellt werden. Nach Israel gingen 3000 Euro, vorrangig wurden damit einfache Hirten gefördert, die Schnitzereien anfertigen.

Hilferuf aus dem Südsudan

„Neues Schwerpunktland ist der Süd­sudan“, erklärt Pitzal. „Von dort kam völlig überraschend über den Comboni-Missionar Bruder Hans Eigner, der dort tätig ist, ein Hilferuf.“ Der Bürgerkrieg, die Stammesfehden und vor allem die große Dürre, die ausgebrochen ist, hätten eine große Hungersnot verursacht. „Hier sollen 160 Kinder unterstützt werden. Ein Essen kann für 26 Cent pro Kind und Tag bereitgestellt werden.“ Die Kirchengemeinde schickte als Soforthilfe 5000 Euro dorthin. Damit ist der „Spendentopf“ so gut wie aufgebraucht. Nur einen kleineren Betrag in Höhe von etwa 5000 Euro hat Pfarrer Pitzal noch zurückbehalten für den nicht unwahrscheinlichen Fall, dass ihn noch eine kurzfristige Anfrage erreicht. „Das mit dem Südsudan hatten wir ja auch nicht auf dem Schirm.“ Beispielsweise könne es sein, dass ihn doch noch ein weiterer Hilferuf aus Damaskus erreiche.

All diese Projekte sind im Übrigen nicht willkürlich ausgewählt, erklärt Pfarrer Pitzal. Er sei selbst schon in den betreffenden Ländern gewesen und kenne die für die Projekte verantwortlichen Helfer immer persönlich. Er wisse genau, wo die Spenden hingehen und wie sie eingesetzt werden. „Das Geld kommt also nicht in irgendwelche Töpfe, da versickert es nur“, sagt er. „Sondern es geht direkt zu den Leuten.“

Artikel bewerten
0
loading
Strohgäu Leonberg Rutesheim Weil der Stadt Renningen Weissach Enzkreis-Gemeinden