Renningen Nicht nur die Besucher kommen ins Schwitzen

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Im alten Backhaus kommt man so richtig ins Schwitzen. Foto: factum/Granville

Renningen - Die anfängliche Angst, ob angesichts der großen Hitze überhaupt Leute zum Malmsheimer Backhaus- und Museumsfest kommen, erweist sich bald als völlig unbegründet. Spätestens, als sich gegen Mittag eine immer längere Schlange vor der Essensausgabe am Backhaus bildet, atmen Iris Zipperle und Anne Saar-Quitsch erleichtert auf.

Hatten sich die Vorsitzende der Malmsheimer Landfrauen und ihre Stellvertreterin zusammen mit fast 40 weiteren Helferinnen doch schon im Vorfeld kräftig ins Zeug gelegt, um die Veranstaltung, zum mittlerweile 27. Mal in Kooperation mit dem Heimatverein Rankbachtal, zu einem Erfolg werden zu lassen. Bereits am Samstag herrschte deshalb emsiges Treiben im Backhaus. Schließlich wollten vier Ofenladungen à 25 Brote gebacken sein, am Sonntag leckere Beilage zum herzhaften Mittagessen. Das bestand vor allem aus 150 Kilogramm Schweinehals, die zubereitet und serviert mit selbst gemachtem Kartoffelsalat und Soße fast 500 Portionen ergaben. „Alles aus der Region“, wie Iris Zipperle und Anne Saar-Quitsch unterstrichen. Ganz zu schweigen von 1000 Laugenbrötchen, die am Sonntagfrüh ab vier Uhr so ganz nebenbei noch entstanden.

So sah das Handwerk früher aus

Dass die fleißigen Helferinnen im Malmsheimer Backhaus sicher noch weitaus mehr schwitzten als die Gäste draußen, die sich bei gut 30 Grad überwiegend in den Schatten flüchteten, erwähnten die Mitwirkenden bestenfalls am Rande. Von selbst versteht sich, dass das Backhaus am Montagmorgen ab neun Uhr wieder picobello geputzt wird. Zweimal im Jahr werden hier heute noch die beiden Öfen angeheizt. Zum Backhaus- und Museumsfest sowie zum Backen vor dem dritten Advent mit großem Brotverkauf für einen guten Zweck. Bis 1920 war das Malmsheimer Backhaus beim von der Gemeinde bestellten „Küchenbeck“ noch regelmäßig für die gesamte Bevölkerung in Betrieb.

Wie Handwerk früher aussah, davon konnten sich die Festbesucher sogar live im Heimatmuseum ein Bild machen. Dort wo einer der angenehm kühlsten Orte der gesamten Veranstaltung war, flogen die Späne. Der Silberberger Eicke Rossow formte im passenden Outfit an seinem über 100 Jahre alten Ziehbock aus Fliederholz schmucke und nahezu unzerstörbare Beilstiele. Stolz war Heimatvereinsvorsitzende Verena Weidmann-Reisser, im Hauptberuf Rektorin der Malms­heimer Grundschule, aber nicht nur auf diese Premiere, sondern auch auf die noch bis Mitte Oktober gezeigte Ausstellung historischer Drehorgeln und Spieluhren bis hin zum Grammophon im Obergeschoss der ehemaligen Scheuer.

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