Reitsport Die Sprache des Trainers soll verständlich sein

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Oliver Oelrich hat großen Spaß, den Nachwuchs auszubilden. Foto: Pressefoto Baumann

Leonberg - Die Generalprobe ist geglückt. Erst zum zweiten Mal saß Jana Schlotter auf ihrem neuen Dressurpferd. Es ist die sechsjährigen Oldenburger Stute Deja Vue R, ein Nachkomme des Hengstes Don Juan de Hus, der für seine herausragenden Bewegungen und Gangarten bekannt war. Im vergangenen August ist er überraschend mit nur neun Jahren verstorben. Gestern war die Weil der Städterin eine von acht Kandidatinnen, die beim traditionellen Seminar für Reitlehrer im Leonberger Tilgshäusle beim Unterricht von Bundestrainer Oliver Oelrich teilnehmen durfte. Das Thema des Referenten, der beim Deutschen Olympiade Komitee für Reiterei in Warendorf für die Sichtung des Dressur-Nachwuchses zuständig ist, lautete: „Gymnastizierende Arbeit vom jungen Nachwuchspferd bis zur schweren Klasse“. In seinem eigenen Ausbildungsstall im westfälischen Lengerich/Wechte hat Oelrich großen Spaß daran, mit Nachwuchsreitern zu arbeiten und sie mit den passenden jungen Pferden zusammen zu führen. „Optimal ist es, wenn beide in jungen Jahren mit der gemeinsamen Arbeit beginnen und so zusammenwachsen.“

Oliver Oelrich präsentierte Einheiten, die Grundlagen für den weiteren Trainingsaufbau sind. „Wichtig bei Kindern ist, dass sie verstehen, was man ihnen erklärt, die Fachsprache lernen sie später. Oft trauen sie sich nicht zu fragen, was mit irgendwelchen Begrifflichkeiten gemeint ist“, sagte Oelrich, der zunächst zwei Reiterinnen auf ihrem Pony begleitete, darunter die elfjährige Joy-Stephanie Maier aus dem Regionalkader, Tochter von Kirsten Maier und dem Münchinger Dressur-Ausbilder Eberhard Geiger. „Sie muss in erster Linie noch an ihrem Sitz arbeiten“, sagte Kirsten Maier, die das Geschehen von der Tribüne aus beobachtete, und froh war, dass das auch der Bundestrainer so sah. Das Aufwärmtraining begann der 46-jährige Bundestrainer, der selbst eine vielseitige reiterliche Ausbildung genossen hat, spielerisch. „Erst wenn sich das Pferd losgelassen bewegt, können wir mit der Arbeit beginnen“, sagte Oelrich und schaute immer wieder auf das Taktgefühl in den Gangarten Schritt, Trab und Galopp sowie auf die harmonischen Übergänge. Zahlreiche Erfolge hat bereits die 20-jährige Jana Schlotter feiern dürfen. Mit Rubin Renoir beispielsweise, den sie erst seit gut einem Jahr reitet, gewann sie im vergangenen Jahr allein 17 schwere S-Dressuren. Und jetzt ist Deja Vue R neu im Stall. „Das Training hier vor Zuschauern ist eine gute Möglichkeit, sie vor Zuschauern zu testen, dann wissen wir, ob sie Qualität hat“, sagte der Vater Ewald Schlotter. Und nach anfänglicher Nervosität war dann auch Oliver Oelrich zufrieden.

Mittags bei der Theorie in der Leonberger Stadthalle gab er einen Einblick in das Nachwuchsförderkonzept in der deutschen Jugendarbeit. Im Anschluss daran referierte Tiermediziner Hartmut Gerhards von der Ludwig-Maximilians-Universität München über die wichtigsten Hufkrankheiten, wie man sie erkennt und auch behandelt.

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