Premierensitzung für OB Kaufmann Was passiert mit dem Ökumenischen Zentrum?

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Martin Kaufmann hat am Dienstag seine erste Ratssitzung als OB von Leonberg. Foto: privat

Leonberg - Gleich drei harte Nüsse sind zu knacken, wenn der neue Oberbürgermeister Martin Kaufmann an diesem Dienstagabend um 19 Uhr im Großen Ratssaal erstmals eine Gemeinderatssitzung leitet. Denn sowohl der Rückkauf des Ökumenischen Zentrums (ÖZE) im Ezach durch die Stadt, wie auch das Ansteigen der städtischen Personalkosten um 900 000 Euro waren im Vorfeld strittig.

Mensa kostet jetzt 2,5 Millionen

Auch dass der Bau der Mensa in der Mörikeschule wahrscheinlich um mehr als eine halbe Million Euro teurer wird, dürfte im Gemeinderat nicht eben auf Begeisterungsstürme stoßen. Die endgültige Schlussabrechnung liegt zwar noch nicht vor, doch geht man bei der Stadtverwaltung davon aus, dass sich die Kosten auf mehr als 2,5 Millionen Euro summieren werden.

Umstritten ist die geplante Umwandlung des Ökumenischen Zentrums im Ezach in einen Kindergarten. Wie berichtet, müsste dafür das Erbbaurecht, dass der katholischen und der evangelischen Kirche vor 26 Jahren eingeräumt wurde, aufgehoben werden. Im Gegenzug würde die Stadt den Kirchen den Verkehrswert erstatten. Der ist vom städtischen Gutachterausschuss mit 438 000 Euro taxiert worden.

Kindergärten sind sanierungsbedürftig

Fehlende Kindergartenplätze in dem großen Wohnviertel nennt die Stadt als Hauptgrund für die Pläne. Bis 2019 würden dort 21 Plätze fehlen. Erschwerend hinzu kommt, dass sowohl der Ezach-Kindergarten wie auch der Schopfloch-Kindergarten in die Jahre gekommen sind. Beide Einrichtungen, die sich in unmittelbarer Umgebung zum Ökumenischen Zentrum befinden, müssten mit hohem finanziellen Aufwand saniert werden.

Dem städtischen Gebäudemanagement schwebt daher eine Art Ringtausch vor. Der Schopfloch-Kindergarten zieht in ein dann umgebautes Ökumenisches Zentrum. Das Schopfloch-Gebäude wird erweitert, sodass dort der Ezach-Kindergarten untergebracht werden kann. Dessen Gebäude soll abgerissen und als Bauland für Wohnraum veräußert werden. 900 000 Euro will die Stadt so einnehmen. Allerdings würden im Gegenzug zum Kaufpreis für das ÖZE noch Umbaukosten von rund einer Million Euro kommen.

Kritische Nachfragen

Ob der Gemeinderat für diese Transaktion am Dienstagabend grünes Licht gibt, ist noch nicht ausgemacht. Im Finanzausschuss, in dem das Thema vorberaten wurde, gab es kritische Nachfragen. Welches Geld denn vor 26 Jahren letztlich geflossen ist, wollte Axel Röckle, der Fraktionsvorsitzende der Freien Wähler wissen. Eine Frage, die ihm zumindest in der Sitzung nicht abschließend beantwortet werden konnte.

Dass das Gelände mehr als 400 000 Euro wert sein soll, zog Ottmar Pfitzenmaier in Zweifel. Angesichts der Gesamtkosten von knapp 1,5 Millionen Euro fragte der SPD-Fraktionschef, ob es nicht günstiger wäre, alle Kindergärten in einem modernen Neubau zu bündeln, anstatt hier und dort aufwendig zu sanieren.

Birgit Widmaier von den Grünen sorgte sich um die Zukunft des Bürgervereins Ezach, der bisher sein Domizil im Ökumenischen Zentrum hat. „Wie groß alles wird, ist noch offen“, beruhigte der Baubürgermeister Klaus Brenner. Bisher gebe es lediglich Machbarkeitsstudien, aber keine Pläne.

Eine sonst übliche Empfehlung für die heutige Abstimmung gab der Finanzausschuss nicht. Es wird also spannend.

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