Pfiffiges Projekt in Gerlingen Ein Museumsführer im Comic-Stil mit Bildern und Sprechblasen

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Sabrina Marek mit dem lustigen und lebendigen Comic – das hinterlässt sie nach ihrem einjährigen Einsatz. Foto: factum/Granville

Gerlingen - Es ist eine Beschreibung der aktuellen Ausstellung, aber auch ein Führer für das Gebäude: Das Alte Schulhaus an der Weilimdorfer Straße in Gerlingen ist 200 Jahre alt und seit den achtziger Jahren das Stadtmuseum. Darin wird zur Zeit die Geschichte der Schule, des Schulunterrichts und des Hauses dargestellt. Nun gibt es einen Kurzführer für beides – in Comicform. Er stammt von Sabrina Marek, einer jungen Mitarbeiterin.

Sie hat seit Januar im Museum und im Stadtarchiv ein freiwilliges soziales Kultur-Jahr absolviert und den Kurzführer als Abschlussarbeit geschaffen. Damit hat sie gleichzeitig ihre erste eigene Comicgeschichte publiziert– gedacht für alle Museumsbesucher, nicht nur für Kinder.

Schon der Papa hat Aserix-Hefte gelesen

„Ich bin Comicfan“, erzählt die junge Frau. Seit Kindestagen liest sie Comic-Bücher und schaut Comic-Filme, Marek nutzt aber keine Computerspiele im Comic-Stil. Beim freiwilligen sozialen Kultur-Jahr müssen die jungen Leute eine eigenständige Arbeit erstellen; ihre Vorgänger haben dies in Form von Ausstellungen oder Veranstaltungen getan. Sie hat einen anderen Weg gewählt. Sie kenne viel Comics, erzählt Marek, auch über Micky Maus, Asterix, Tim und Struppi oder Lucky Luke hinaus. Diese Prägung fing früh an: „Die Lustigen Taschenbücher haben wir mit ins Freibad genommen, die Asterixhefte hatte sich mein Vater gekauft.“ In Gerlingen hat sie bemerkt, dass es nur wenig über die Geschichte des Alten Schulhauses gibt. So kam die Idee auf.

Für die Form des Comics hat sie sich nicht nur entschieden, weil sie ein Faible für die bunten Bilderhefte hat, erzählt Marek: „Sondern auch, weil jeder dieses Medium nutzen kann.“ So erweiterte sie die klassische Zielgruppe um Kinder und die Menschen, die zwar in Gerlingen leben, aber die hiesige Sprache noch nicht gut beherrschen und lesen können.

Zwölf Seiten am Computer layoutet

Das Museumsmaskottchen Gockel Gero wurde zur Leitfigur der Geschichte, Sabrina Marek erstellte Dutzende farbige Handzeichnungen und fügte diese am Computer zu insgesamt zwölf Seiten zusammen, Fotos ergänzten das Ganze. Die Museumsleiterin Catharina Raible hat noch angeregt, das Heft in zwei Formaten digital zu drucken – in Farbe. Die ersten Broschüren sind verfügbar, wenn das Stadtmuseum von diesem Sonntag an nach der Sommerpause seine Türen wieder öffnet.

Sabrina Marek nimmt aber nicht nur den Museumscomic und einige Erfahrungen zur Selbstorganisation, zum strukturierten Arbeiten und zum Social-Media-Marketing zum Abschied mit. Sie hatte auch eine Erkenntnis: „Im Museum habe ich gemerkt, dass mir die Arbeit mit älteren Schülern liegt.“ Dies hat sich auch bei ihrem Einsatz im Archiv bestätigt, wo sie neben dem klassischen Ablegen und Einordnen auch immer wieder Stadtführungen für Schulklassen angeboten hat.

Daraus ist ihr Berufswunsch entstanden: Nach dem weiteren Studium von Englisch und Deutsch möchte sie Gymnasiallehrerin werden. Und dem Museum kann sie ja als freie Mitarbeiterin für Führungen und Workshops erhalten bleiben.

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