Nikolaus in Hausen So mancher will heimlich zweimal naschen

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Als Nikolaus hat Andreas Schaber für jeden eine kleine Nascherei parat. Foto: factum/Granville

Weil der Stadt - Draußen sind es 12 Grad, es regnet Bindfäden. Das ist nicht gerade weihnachtlich. Die Hausener Kinder lassen sich davon aber nicht beeindrucken. Als der Nikolaus beim Engelesmarkt in seinem roten Mantel und mit seinem weißen Bart auf dem Dorfplatz steht, bildet sich bald eine kleine Traube um ihn herum. Jeder will mal in den grünen Beutel greifen und einen Schokoriegel oder eine andere Süßigkeit herausfischen. Der kleine Jesse hat sogar ein Gedicht parat, das er dem Nikolaus aufsagen will. „Davon gab es viele dieses Jahr, die Kinder haben die Gedichte und Lieder aus der Schule mitgebracht“, erzählt der 74-jährige Andreas Schaber.

Er ist es nämlich, der unter dem samtenen Kostüm steckt und seit drei Jahren den Nikolaus auf dem Hausener Engelesmarkt mimt. „Das Ganze kam über Jutta Neumann vom Reitverein in Neuhausen zustande“, berichtet er. Sie ist immer mit zwei Pferden auf dem Markt zu Gast, die Kinder dürfen dann eine kleine Runde ausreiten. Auch Schaber war lange Zeit aktiver Reiter. „Vor drei Jahren hat Frau Neumann mich angesprochen, ob ich nicht Lust dazu hätte“, erinnert er sich. „Ich hatte das noch nie vorher gemacht.“ Trotzdem war er gleich dafür zu haben.

„Die Älteren sind gewitzt“

Um sein Kostüm musste er sich zumindest wenig Gedanken machen. Das rote Gewand ist eine Leihgabe von Jutta Neumann. Andreas Schaber muss es nur überwerfen – am besten mit einer dicken Schicht warmer Klamotten darunter, damit es einigermaßen warm bleibt. Auch den Sack mit den Süßigkeiten bekommt er vorher überreicht. Selber muss er eigentlich nur noch den freundlichen Mann aus den Geschichten und Bilderbüchern geben.

Trotzdem gehört auch dazu ein bisschen Erfahrung, erzählt er. „Aber wenn man es ein paar Mal gemacht hat, dann weiß man, wie man auf die Kinder zugehen muss und wie sie reagieren.“ Was ihm jedenfalls schnell klar geworden ist: „Die Kinder sind heute sehr viel aufgeschlossener als noch zu meiner Zeit und nehmen sofort Kontakt auf.“ Dass sie hier dem echten Weihnachtsmann gegenüberstehen, das glauben aber die wenigsten. „Den Älteren kann man natürlich nichts mehr vormachen, die sind gewitzt“, erzählt Andreas Schaber. Manche haben es sogar faustdick hinter den Ohren: „Die stellen sich auch schon mal doppelt an, um ein zweites Mal Süßigkeiten zu bekommen“, sagt der „Weihnachtsmann“ und schmunzelt.

Auch der Nikolaus hat kalte Füße

Und wie ist das so, für einen Tag der berühmte Nikolaus zu sein? „Das macht schon Spaß.“ Klar kann es auch mal kalt werden, besonders an den Füßen. Was wohl jeder kennt, der mal im Freien auf einem Weihnachtsmarkt gearbeitet hat. Dieses Jahr kam er hinterher dafür völlig durchnässt nach Hause. „Aber es ist schon immer eine große Freude, wenn man anderen eine Freude machen kann – egal, ob die Kinder es durchschauen oder nicht.“

Und auch wenn er selbst aus Pforzheim kommt, auf den Hausener Engelesmarkt geht er immer gerne. „Das muss ich schon bewundern, die Gemeinschaft ist hier so schön.“ Wenn es langsam dunkel wird und sich der Markt immer mehr mit Leuten füllt, die gerade von der Arbeit nach Hause kommen, „dann hat man das Gefühl, das ganze Dorf ist auf den Beinen“.

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