Neubau in Renningen Vom Schlachthaus zur Sozialwohnung

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Wo heute ein altes Schlachthaus steht, lässt die Stadtbau Renningen ein Haus mit Sozialwohnungen errichten. Foto: factum/Granville

Renningen - Bezahlbarer Wohnraum – diese zwei Wörter geistern durch viele politische Diskussionen, denn davon gibt es immer weniger. Das Problem beschränkt sich längst nicht nur auf die großen Städte, im kompletten berühmten Speckmantel von Stuttgart sind günstige Wohnungen kaum noch zu finden.

Kommunen können auf die Problematik nur bedingt Einfluss nehmen. Eine Möglichkeit besteht darin, den Verkauf von Bauplätzen an gewisse Bedingungen zu knüpfen, sodass in einem Gebiet eine ­bestimmte Anzahl an Sozialwohnungen entstehen muss. Viele machen davon Gebrauch. Andere werden zudem selbst aktiv, wie die Stadtbau Renningen, eine hundertprozentige Tochter der Stadt Renningen. Das Unternehmen wird an der Magstadter Straße 12 ein neues Gebäude mit ­sozialen Mietwohnungen errichten lassen.

Das Bauprojekt kostet die Stadtbau vor­aussichtlich um die 1,5 Millionen Euro. Der Baubeginn ist noch für diesen Oktober ­geplant, dann wird zunächst das ehemalige Schlachthaus, das dort noch steht, abgerissen. Entstehen werden dort fünf Wohnungen in unterschiedlichen Größen, darunter auch zwei größere Maisonette-Wohnungen für Familien. „Gerade für die ist es oft schwer, etwas zu finden“, weiß Peter Müller, der Erste Beigeordnete der Stadt Renningen und Kaufmännischer Geschäftsführer der städtischen Baugesellschaft. „Natürlich ist das ein Tropfen auf den ­heißen Stein“, befürchtet er. „Aber wir ­wollen in dieser Sache vorangehen.“

Projekt an der Magstadter Straße ist eine Premiere

Die Stadtbau Renningen vermietet bereits jetzt Wohnungen in der Stadt zu einer „recht geringen Miete“, wie es von der Stadtverwaltung heißt. Trotzdem handelt es sich dabei um ganz normale Mietwohnungen, die jeder, auch ohne Berechtigungsschein vom Arbeitsamt, beziehen kann. Das Projekt an der Magstadter Straße ist damit eine Premiere für die Stadtbau.

Streng genommen wird es sich bei den neuen Wohnungen aber auch nicht um „echte“ Sozialwohnungen handeln. „Für sozialen Wohnungsbau erhält man ein zinsloses Darlehen“, erklärt Peter Müller. Wer dieses in Anspruch nimmt, verpflichtet sich zum einen dazu, die Wohnungen nur Menschen mit einem Wohnberechtigungsschein zur Verfügung zu stellen. „Zum anderen muss die Miete ein Drittel unter der üblichen Vergleichsmiete liegen.“ Den ersten Punkt will die Stadt in jedem Fall umsetzen. „Jeder, der Anspruch auf eine Sozialwohnung hat, darf dort wohnen“, erklärt Müller.

Das Problem liegt bei der strikten Vorgabe der Miethöhe. Denn die Stadtbau Renningen muss sich auch tragen, „wir müssen so kalkulieren, dass für uns eine schwarze Null rauskommt“. Die Miethöhe wird sich daher an den Kosten bemessen, die letztlich für das Projekt entstehen, damit es sich zumindest rechnet. Auf das zinslose Dar­lehen ist die Stadtbau allerdings nicht angewiesen und kann die Miete somit selbst bestimmen. „Trotzdem streben wir eine Miete im einstelligen Euro-Bereich pro Quadratmeter an.“

Hintergründe
Die Stadtbau Renningen GmbH gibt es sei 1991. Ihr Zweck besteht darin, eine „sozial verantwortbare Versorgung der Bevölkerung mit Wohnraum“ sicherzustellen, außerdem die Unterstützung der Siedlungspolitik und kommunalen Infrastruktur und die Durchführung städtebaulicher Entwicklungs- und ­Sanierungsmaßnahmen. Die Bilanzsumme der Gesellschaft beträgt derzeit 4,3 Millionen Euro.

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