Nervenkrieg in Ludwigsburg Großeinsatz: Mann droht von Klinik zu springen

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Gut 80 Rettungsrkräfte sind am Montag zwölf Stunden im Einsatz. Foto: SDMG

Ludwigsburg - Ein Nervenkrieg über 12 Stunden hat hinweg gut 80 Rettungskräfte von Feuerwehr, Rettungsdienst und Polizei am Montag in Atem gehalten. Der Mann aus dem Kreis Ludwigsburg stand offenbar unter dem Eindruck einer akuten Psychose. Er ist gegen 9.30 Uhr auf das Dach im südwestlichen Bereich des Klinikums geklettert und drohte, von dem Hochhaus zu springen. Die Polizei sperrte den Bereich weiträumig ab. Einsatzkräfte der Feuerwehr breiteten 17 Sprungpolster im Gefahrenbereich aus, um den Mann bei einem Sprung auffangen zu können.

Bis in den späten Abend hinein versuchten Mitarbeiter des Krankenhauses und speziell für solche Krisensituationen geschulte Polizeibeamte, mit dem Mann Kontakt aufzunehmen. „Es gab ständig Kommunikation mit ihm“, erklärt der Polizeisprecher Peter Widenhorn, „doch es war zu gefährlich, sich dem Mann anzunähern.“ Sobald man sich ihm näherte, drohte er zu springen.

Große Anspannung bei den Helfern

Der 43-Jährige litt offenbar unter Verfolgswahn: Er fürchtete, ins Ausland abgeschoben zu werden – da er aber Deutscher ist, wäre dies gar nicht möglich gewesen. Mit Argumenten drangen die Helfer allerdings nicht zu ihm vor. Immerhin gelang es durch den Einsazt der Psychologen, den Patienten davon abzuhalten, sich unmittelbar in die Tiefe zu stürzen. Das Dach wollte er jedoch unter keinen Umständen verlassen. „Das war für die Kollegen schon eine sehr belastende Situation“, so Widenhorn.

Schließlich nutzte das vor Ort postierte Sondereinsatzkommando der Polizei am späten Abend einen Moment der Unachtsamkeit. „Nach vielen Stunden auf dem Dach wurde der 43-Jährige langsam müde“, erklärt der Polizeisprecher. Erst um 21.50 Uhr konnte das SEK in einem günstigen Augenblick zugreifen und den Mann gefahrlos vom Dach bringen. Er wurde anschließend in ärztliche Obhut übergeben. Die Erleichterung bei den Rettungskräften war groß – die brenzlige Situation hatte ein gutes Ende genommen.

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