Nahversorgung im Enzkreis Mönsheim bekommt einen Drogeriemarkt, Friolzheim einen Aldi

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Neben dem Mönsheimer Lidl gibt es noch jede Menge Platz für ein weiteres Geschäft. Foto: Andreas Gorr

Mönsheim - Im Mönsheimer Wohngebiet Gödelmann direkt neben dem Discounter Lidl und am Kreisverkehr gibt es noch eine große freie Fläche. Dort möchte sich schon seit Längerem ein Drogeriemarkt niederlassen. Mit dem Landratsamt, dem Regierungspräsidium und dem Regionalverband Nordschwarzwald haben sich die drei Kommunen im Gemeindeverwaltungsverband Heckengäu darauf geeinigt, zuvor ein Einzelhandelsgutachten zur erarbeiten, um den Bedarf zu ermitteln. Dabei habe man im Verbandsgebiet nördlich der Autobahn Potenzial für einen Drogeriemarkt gesehen, sagte der Bürgermeister Thomas Fritsch. Mönsheim sei dabei als am besten geeigneter, da zentraler Standort gesehen worden.

„Wenn der Drogeriemarkt kommt, wird Lidl auch bauen“

Fritsch sagte, dass mit der Lage direkt neben Lidl keine zusätzlichen Parkplätze nötig seien. Im Übrigen habe Lidl bereits seit zwei Jahren eine Genehmigung, sein Geschäft zu erweitern, erklärte der Bürgermeister. „Wenn der Drogeriemarkt kommt, wird Lidl auch bauen, da bin ich mir sicher.“ Für den Drogeriemarkt würden fünf Grundstücke benötigt, die derzeit landwirtschaftlich genutzt werden. Mit den Eigentümern sei man im Gespräch, so Fritsch. Das neue Geschäft wird mit einer Verkaufsfläche von 700 Quadratmetern geplant. Weil sich das Bauvorhaben im Außenbereich befindet, kann der Bebauungsplan nicht im vereinfachten Verfahren aufgestellt werden. Das bedeutet auch, dass eine Umweltprüfung durchgeführt werden muss. Dabei wird sowohl der Artenschutz als auch die mögliche Lärmbelastung untersucht.

Im Gemeinderat wurde über den Flächenverbrauch für das geplante einstöckige Gebäude diskutiert. Joachim Baumgärtner (BLM) fragte, ob man auf den neuen Supermarkt nicht noch Wohnungen oder Büros setzen könnte, um die Fläche bestmöglich zu nutzen. Seine Fraktionskollegin Simone Reusch kritisierte die Flächenversiegelung. Hans Kuhnle (BLM) begrüßte hingegen das Bauvorhaben, das er auch als Stärkung des Lebensmittelmarkts sieht. Letztlich stimmte der Rat dem Aufstellungsbeschluss für eine Änderung des Bebauungsplans zu.

1100 Quadratmeter Verkaufsfläche

Ein ähnliches Thema beschäftigte vor etwas mehr als einem Jahr auch den Friolzheimer Gemeinderat. Dort ging es allerdings nicht um einen Drogeriemarkt, sondern um einen Discounter. Die Unternehmensgruppe Aldi Süd hatte angekündigt, in Friolzheim einen Lebensmittelmarkt bauen zu wollen. Als Grundstück wurde eine Fläche zwischen der Leonberger Straße und der Einmündung der Steinäckerstraße und damit schräg gegenüber dem bestehenden ­Netto-Markt auserkoren.

Da 1100 Quadratmeter Verkaufsfläche vorgesehen waren, musste dieses Vorhaben ebenfalls durch den Gemeinderat, weil die bis dahin gültige Fassung des Bebauungsplans diese Größe nicht zuließ. Der Rat stimmte für die Änderung des Plans, und auch sonst stand dem Vorhaben des Unternehmens bald nichts mehr im Wege. Trotzdem steht die Fläche weiterhin leer. Das heißt aber nicht, dass es sich die Unternehmensleitung anders überlegt hat. „Der Bauantrag wird sicher in den nächsten Monaten kommen, davon gehen wird aus“, berichtet der Hauptamtsleiter Eberhard Enz. Bereits bei der Ratssitzung war klar, dass die Umsetzung sicher einige Zeit dauern würde. Vonseiten der Gemeinde ist zumindest – sofern die Pläne des Discounters zum bestehenden Bebauungsplan passen – alles in trockenen Tüchern. Der Ball liegt nun bei Aldi.

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