Leonberg Viel tiefer geht’s jetzt nicht mehr

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Trainer Ivan Toldo (links) und Julian Kurtz: Bei der SG Leonberg/Eltingen gibt es viel Gesprächsbedarf. Foto: Andreas Gorr

Leonberg - Es ist so eine Sache mit der SG Leonberg/Eltingen und den Spielen im Verbandspokalwettbewerb. Ende September wurde der klassenhöhere SV Remshalden mit 33:32 nach Verlängerung bezwungen. Dann folgte Anfang November das 27:23 gegen die SG BBM Bietigheim II, nachdem eine Woche zuvor das Punktspiel gegen den gleichen Gegner in eigener Halle noch verloren wurde. In beiden Pokalbegegnungen wusste die Leonberger Mannschaft mit starken Auftritten zu überzeugen.

Waren das nur Ausschläge nach oben, die das eigentliche Leistungsvermögen übertüncht haben, oder ruhen sich die Akteure auf den Pokal-Lorbeeren zu sehr aus? Diese Frage stellt sich, nachdem nur zwei der acht Punktspiele seit dem Sieg über Remshalden gewonnen wurden. Mit der 24:27-Derby-Niederlage bei den TSF Ditzingen ist ein vorläufiger Tiefpunkt erreicht worden. Fehlende Leidenschaft und mangelnder Wille waren auf der einen Seite entscheidende Faktoren. Auf der anderen Seite sind Schwachpunkte offen zu Tage getreten, die mal mehr, mal weniger ausgeprägt schon in den vorangegangenen Begegnungen nachverfolgt werden konnten:

Der Spielmacher Christian Auer ist trickreich und hat auch Durchsetzungsvermögen. Zuletzt konzentrierte er sich jedoch zu sehr auf das Spiel über den Kreisläufer und rannte sich immer wieder in der gegnerischen Abwehr fest. Zudem ist keine Alternative für diese Position in Sicht. Maximilian Mauch fällt verletzungsbedingt aus, Julian Kurtz scheint derzeit mit der Verantwortung überfordert zu sein.

Die Außen Die SG hat schnelle und treffsichere Außenspieler. Auf der linken Seite mit Dominik Fischer und Patrick Nicolau, rechts mit Michael Henninger und Dennis Baumgartl. Sie werden jedoch zu selten ins Spiel mit eingebunden, weil es eben oft über die Mitte geht. Das hat SG-Trainer Ivan Toldo in der Aufarbeitung des Ditzingen-Spiels deutlich zum Ausdruck gebracht: „Die sind da verhungert und hätten sich auch einen Stuhl in die Ecke stellen können.“

Der Rückraum Es reicht nicht, sich auf die Qualitäten eines Lars Neuffer zu verlassen. Der zählte in Ditzingen noch zu den Besseren, obwohl er wegen seiner Schulterverletzung eigentlich pausieren sollte. Andreas Binder und Julian Kurtz fehlen derzeit augenscheinlich Selbstvertrauen und Überzeugung. Sie treffen zu oft falsche Entscheidungen.

Die Torhüter Dem Trio mit Ruben Keller, Frederik Weihing und Dominik Koch fehlt die Konstanz. Alle drei holen auch mal einen Unhaltbaren heraus. Die Phasen, in denen sie auf hohem Niveau agieren, sind aber zu oft zu kurz. Beispielhaft das Spiel gegen die SG Schozach-Bottwartal: Nach 20 Minuten wurde mit Keller bereits der dritte Schlussmann ins Rennen geschickt.

Deutliche Aussprache nach der Niederlage

Die Bankrotterklärung von Ditzingen schreibt der Trainer Ivan Toldo nicht einzelnen, sondern der ganzen Mannschaft zu. „Ich nehme mich da auch nicht aus“, fügt der Übungsleiter noch hinzu. Die Aussprache am Montag fiel deutlich aus. „Nur mit Appellieren kommen wir nicht weiter. Wir müssen jetzt konstant über 60 Minuten auf dem Spielfeld zeigen, was wir können“, lautet die klare Ansage des Trainers an seine Schützlinge.

Gelegenheit dazu gibt es an diesem Donnerstag im Verbandspokal-Viertelfinale beim HV RW Laupheim (20.15 Uhr). Die Gastgeber sind Tabellenfünfter der Südstaffel in der Württembergliga. Toldo: „Natürlich wollen wir weiter kommen. Aber das Ergebnis ist erst einmal zweitrangig. Für uns ist es wichtig , ein gutes Spiel abzuliefern.“

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