Leonberg Rathaus-Neubau: Jetzt müssen die Bäume weichen

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Erst werden Bäume gefällt, dann der Sitzungssaal abgerissen. Foto: factum/Bach

Leonberg - Anfang 2017 soll das neue Leonberger Rathaus am Belforter Platz bezugsfertig sein. Damit die Baustelle eingerichtet werden kann, sollen erst einmal Teile des alten „Neuen Rathauses“ abgerissen, zahlreiche Bäume gefällt und Sträucher gerodet werden. Damit die Arbeiten nicht in Verzug kommen, sollen die ersten Bäume in dem Areal am morgigen Donnerstag der Säge zum Opfer fallen.

Aus Gründen des Umweltschutzes ist das Fällen von Bäumen zwischen dem 1. März und dem 30. September verboten, allerdings gibt es Ausnahmen. Dies ist der Fall, wenn gebaut wird. „Obwohl die Arbeiten auch etwas später über die Bühne gehen könnten, sollen die Bäume rechtzeitig gefällt werden, damit auch sichergestellt ist, dass noch kein Vogel ein Nest gebaut hat“, sagt Undine Binder-Farr, die Sprecherin der Stadtverwaltung. De Beginn der Rodungsarbeiten habe man bewusst in die Ferien gelegt, weil dann hier deutlich weniger Schüler und Fußgänger unterwegs seien.

Platz für die künftige Baugrube

Es geht um 40 Bäume

Für die Baugrube und die Baustelleneinrichtung muss eine freie Fläche geschaffen werden. Der Neubau wird vor (östlich) und neben (nördlich) dem heutigen Rathausbau entstehen. Derzeit befinden sich auf dem Rathausvorplatz, zwischen dem Gebäude, der Eltinger Straße und der Lindenstraße, einige Linden, Ahorne, Birken und viel Gebüsch. „Auch wenn die Stadtverwaltung um den Erhalt möglichst vieler Bäume ringt, ist unbestritten, dass der Bestand aufgrund des Neubaus weichen muss“, so Binder-Farr. Insgesamt werden auf dem Rathausgelände etwa 40 Bäume gefällt.

Der Zeitplan ist eng

Der angesetzte Zeitplan ist ambitioniert: Am Donnerstag beginnen die Rodungsarbeiten am Belforter Platz, am Freitag ist der Bereich an der Eltinger Straße dran. Am Samstag, 21. Februar, werden Bäume an der Bushaltestelle am Belforter Platz gefällt. Von Montag, 23. Februar, an bis Mittwoch 25. Februar geht es an der Treppe zum Parkplatz und entlang der Lindenstraße weiter. Am 26. Februar sind die Arbeiter auf dem Rathausparkplatz mit ihren Motorsägen zu Gange. Von der Kettensäge verschont bleibt die Friedenslinde am Parkplatz an der Lindenstraße – die hat nämlich der ehemalige Obst-, Garten- und Weinbauverein Leonberg 1997 anlässlich seines 75-Jahr-Jubiläums gespendet.

Kosten: Mehr als 20 Millionen Euro

Die Schaller Architekten Stuttgart und das Unternehmen Wolff & Müller bauen das neue Rathaus. Die Kosten für den Neubau, den Abbruch des Bestandsgebäudes und die Außenanlagen liegen bei 22,8 Millionen Euro brutto. Bei diesem Entwurf kann das bestehende Rathaus außer dem Sitzungssaal stehenbleiben. Mitte des Jahres ist Baubeginn, Ende 2016 bereits soll das neue Rathaus schlüsselfertig sein. Bis Mitte 2017 sollen die Außenanlagen fertiggestellt und das jetzige Rathaus abgerissen werden. „Am Ende werden in den Flächen rund ums neue Rathaus mehr Bäume stehen als heute“, sagt die Stadtsprecherin.

Die zukünftige Rathaus-Baustelle verdrängt auch die beiden Blumenbeete, die die Gärtner aus der französischen Partnerstadt Belfort seit 19 Jahren am Eingang des Rathauses bepflanzen. Die sind das „Gegengeschenk“ für den Leonberger Beitrag beim Belforter Blumenmarkt „Belflorissimo“. Doch Christina Ossowski, die Leiterin der Kultur- und Sportamtes, hat eine gute Nachricht: „Der Blumengruß der französischen Partner wird von diesem Jahr an auf dem Beet an der Seestraße/Ecke Grabenstraße gepflanzt, auf dem die Skulptur ,Stele 84’ von Johannes Kares steht.“

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