Leonberg: Neues Wohnquartier auf dem Keim-Areal Wohnen, wo früher gearbeitet wurde

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Auf diesem Gelände in Warmbronn soll in den kommenden Jahren ein grünes Wohnquartier entstehen. Foto: factum/Granville

Leonberg - Die Firma Keim Kunststoffe ist mehr als 70 Jahre lang eine feste Größe im Leonberger Ortsteil Warmbronn gewesen. Ende Juli hat die Firma Keim ihre Tore in der Brandenburger Straße in Warmbronn endgültig geschlossen. Die Produktion wurde nach Zimmern ob Rottweil verlegt, wo seit 1979 ein zweites Werk der Firma steht. Das knapp 6000 Quadratmeter große Areal ist an die Firma „Immobilienentwicklung plus Wohnen“ (iep) in Höfingen verkauft worden. Der Investor soll im Auftrag der Stadt in diesem Bereich in den kommenden Jahren ein komplett neues Wohngebiet entwickeln.

Den Warmbronnern war das Unternehmen, das sich vorwiegend mit der Verarbeitung von transparenten Kunststoffen befasst hat, auch deshalb ein Begriff, weil die Familie Keim mehr als vier Jahrzehnte lang ein Kettcar-Rennen beim Warmbronner Maifest organisiert hat. Bei der Sportveranstaltung für Grundschüler, die zu Ehren des Firmengründers den Namen Hans-Keim-Gedächtnisrennen trug, konnten die Schnellsten ein Kettcar gewinnen. „Die Familie Keim hat in 41 Jahren insgesamt 328 Kettcars gespendet und damit rund 80 000 Euro in die sportliche Entwicklung von Grundschülern gesteckt“, hat Suzanne Koranyi-Esser vom Gemeindeverein Warmbronn berechnet.

Nur 700 Meter von der Ortsmitte entfernt

„Es macht keinen Sinn, in einem so schönen Wohngebiet wie in Warmbronn Industrie zu entwickeln, das muss an einem Standort geschehen, der die Voraussetzungen dafür bietet“, hatte Firmeninhaber Christoph Keim die Schließung damals begründet. Es sei eine strategische Entscheidung gewesen, die man meist nicht mit dem Herzen treffe, führte Christoph Keim weiter aus, der keinem der rund 25 Mitarbeiter gekündigt hatte und sogar einen Bustransfer von Warmbronn nach Zimmern für seine Facharbeiter organisiert hat.

Die Rahmenbedingungen für das Wohnprojekt skizzierte die ehemalige Leonberger OB-Kandidatin Inge Horn, die für iep als Projektentwicklungsberaterin tätig ist, in der Sitzung des Warmbronner Ortschaftsrates. „Das Areal ist nur rund 700 Meter von der Ortsmitte entfernt und lässt sich daher gut entwickeln“, so Horn. Insgesamt 58 Wohneinheiten sollten dort entstehen, zwölf Wohnungen sollten als „bezahlbarer Wohnraum“ öffentlich gefördert werden.

Der grüne Charakter von Warmbronn soll abgebildet werden

Zudem seien 100 Stellplätze geplant, die überwiegend in Tiefgaragen entstehen sollen. Pro Wohnung werde mit 1,5 Stellplätzen kalkuliert, bei größeren Wohnungen plane man zwei Stellplätze. „Rund zehn Prozent aller Parkplätze werden oberirdisch angelegt und sind für Besucher gedacht“, führte Horn weiter aus. Die Wohnungen sollten seniorengerecht ausgebaut werden, barrierefrei und mit „bodengleichen Duschen“. Geplant sei auch ein Notrufsystem rund um die Uhr, sofern man einen Betreiber finde.

In dem neuen Quartier sei zudem ein zentraler Platz als Treffpunkt geplant, für Familien mit Kindern soll es einen Spielplatz geben. Zudem soll das Areal durchgängig von Wegen durchzogen werden. „Es wird ein sehr attraktives Quartier mit viel Grün, zum Teil auch auf den Dächern, das den grünen Charakter von Warmbronn abbilden soll“, warb Horn.

Ortschaftsrat Martin Bacher (Warmbronner Liste) schlug vor, bei den Stellplätzen ans obere Limit zu gehen. „In der Brandenburger Straße stehen schon jetzt sehr viele Autos“, sagte er. Zudem solle man darauf achten, dass die Häuser nicht „wie aus dem Boden herausgedrückt wirken“. Dies liege daran, dass das Gelände teilweise sehr schräg sei. Baubürgermeister Klaus Brenner und Inge Horn versprachen, sich bei der Bebauung an die topografischen Gegebenheiten anzupassen.

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