Leonberg Mathe – wozu braucht man das im echten Leben?

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Die Zehntklässler lassen sich von einem chinesisch-stämmigen Boschianer auf Englisch erklären, welche Autoteile Foto: factum/Bach

Leonberg - Mathematik zählt nicht unbedingt zu den beliebtesten Schulfächern. Viele Schüler beklagen sich und gerade in der Oberstufe kommt oft die Frage auf, wozu das im Matheunterricht vermittelte Wissen im echten Leben überhaupt gut sei. Die Firma Bosch hat Zehntklässlern des Albert-Schweizer-Gymnasiums mit einem Projekt innerhalb der bestehenden Bildungskooperation eine Antwort geliefert.

Bereits zum zweiten Mal besuchten fünf Mitarbeiter der Firma Bosch das Gymnasium. Sie zeigten den Schülern ihre persönlichen, keinesfalls geradlinigen Wege in einen technischen Beruf auf und berichteten aus ihrem Alltag, in wie vielen Bereichen Mathematik eine Rolle spielt.

Die Bildungsgangleiterin Christina Michael merkt bei ihren Schülern, dass viele das Fach nur für angehende Ingenieure als wichtig erachten. „Wir wollen unseren Schülern zeigen, dass Mathe in ganz vielen Bereichen gebraucht wird“, sagt sie. Den meisten Schülern fehle einfach der Bezug zum echten Leben: „Mit der Prozentrechnung verschwindet auch die Lebensnähe“, ist sie sich sicher.

Drei spielerische Stationen

Um den Schülern diesen Praxisbezug zu verdeutlichen, durchliefen die Schüler nach einer kurzen Vorstellungsrunde drei Stationen. Anhand eines Ford Fiesta, der im ASG-Innenhof stand, lernten die Gymnasiasten, dass die Zahlenlehre bei der Herstellung sehr vieler Elemente des Autos vonnöten ist. Die einzelnen Autoteile wurden mit Zetteln markiert. Ein kleines Spiel, bei dem Lego-Bausteine zum Einsatz kamen, veranschaulichte die Arbeit von Logistikern, die viel mit Planung und Steuerung zu tun haben. Hier konnten die Schüler selber nachexerzieren, wie der gesamte Prozess abläuft. Bei der dritten Station stand die Vorbereitung auf eine mögliche Arbeit im Ausland im Fokus. Passend zur internationalen Ausrichtung des Unternehmens trug die Präsentation ein chinesischer Mitarbeiter auf Englisch vor.

Kooperation gibt es schon seit drei Jahren

Die drei Stationen des Projekts sind aber nur ein Teil der Kooperation, die vor drei Jahren durch private Kontakte der Schule zur ortsansässigen Firma entstand. Für alle Jahrgänge entwirft das Unternehmen mathematische Aufgaben, die immer mal wieder Anwendung im Unterricht finden. Weiterhin kann jedes Jahr eine Schülergruppe bei einem Praktikum Einblicke in das Duale Studium bei Bosch gewinnen. Davon profitiert auch Bosch selbst: So werden schon frühzeitig einige Schüler für das Unternehmen begeistert. Das gelang im vergangenen Jahr, als eine frischgebackenen ASG-Abiturientin beim Global Player Bosch als Werksstudentin anfing.

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