Leonberg Ein Blick in die deutsche Arbeitswelt

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Leonberg - Vor ziemlich genau einem Jahr war das Auftakttreffen des auf drei Jahre angelegten Erasmus-Plus-Projekts. So blicken die Organisatoren sowohl auf der deutschen wie auch auf der spanischen Seite auf ein erfolgreiches und einzigartiges Bildungspartnerschaftsprojekt. Es ist das Erste in dieser Form in Baden-Württemberg.

Hatte im vergangenen Jahr das Wärmedämmverbundsystem im Mittelpunkt gestanden, ist es in diesem Jahr der Wärmedämmputz und die Innendämmung, die länderübergreifend verglichen werden sollen.

Das Projekt „Erasmus Plus“ hat als Hauptziel, die Bildung und das lebenslange Lernen in der Europäischen Union zu fördern. Junge Menschen sollen dadurch fit und konkurrenzfähig werden, einen Beruf ausüben und damit ihren Unterhalt verdienen.

Die Teilnehmer – sieben Frauen und sieben Männer aus dem Bereich Stuckateurhandwerk am „Instituto Esenanza Superior La Rosaleda“, der Projektpartner in Malaga – wurden am Dienstag vom stellvertretenden BSZ-Schulleiter Ulrich Wolf, dem Projektkoordinator Walter Söhner, dem Leiter des Ausbildungszentrums (ÜBA) Frank Schweizer sowie dem spanischen Generalkonsul Carlos Medina-Drescher aus Stuttgart begrüßt.

„Der Vergleich der Wärmedämmtechniken unter den unterschiedlichen klimatischen, wie ausbildungsorganisatorischen Gegebenheiten ist für beide Seiten sehr interessant“, hob Wolf hervor.

Doch sind es nicht nur die beruflich bedingten Vorzüge, die dieses Programm wertvoll machen. Es ist das Aufeinandertreffen und die Kommunikation zweier europäischer Länder und deren Bewohner. So heißt es auch im Leitfaden des 1987 gegründeten Erasmus-Programms: „Europa braucht Gesellschaften mit stärkerem Zusammenhalt und ohne Ausgrenzung, die es den Bürgern erlauben, eine aktive Rolle im demokratischen Leben zu spielen. Bildung und Jugendarbeit sind der Schlüssel zur Verhinderung von gewalttätiger Radikalisierung, in dem sie europäische Werte vermitteln, die soziale Integration fördern, das interkulturelle Verständnis und das Zugehörigkeitsgefühl zu einer Gemeinschaft unterstützen.“ „Es gilt auch, Vorurteile abzubauen“, betonte der spanische Generalkonsul Carlos Medina-Drescher, „der Kontakt unter jungen Leuten ist wertvoll und wichtig.“

So sind die spanischen Teilnehmer des Erasmus-Plus-Programms nun zwei Wochen in der Region unterwegs, um sich auszutauschen und sich ein Bild über die deutsche Arbeitsweise und auch das duale Ausbildungssystem zu machen.

„Es werden Baudenkmäler und Handwerks- und Industriebetriebe besucht. Aber auch die Grabkapelle in Stuttgart und das Ludwigsburger Schloss“, unterstrich der Berufsschullehrer Walter Söhner. Gemäß dem Motto: „Stuckateure aller Länder, lernt voneinander“, hat Söhner selbst im vergangenen Frühjahr einen Antrag gestellt, um an diesem Projekt teilnehmen zu können, und somit für das Berufsschulzentrum Leonberg den Weg geebnet. „Wir haben hier die renommiertesten Ausbildungswerkstätten Deutschlands, in denen Stuckateurarbeiten eingeübt werden“, betonte der Projektkoordinator Söhner stolz.

Eine Führung durch die Leonberger Werkstätten machte deutlich, was das Stuckateurhandwerk alles zu leisten vermag, aber auch zu bieten hat. So ist das Berufsbild des Stuckateurs ein ganz vielschichtiges und kreatives, die zahlreichen Fort- und Weiterbildungsmöglichkeiten unterstreichen dies.

Auch Ausbildungsleiter Frank Schweizer ist bereits seit gut 15 Jahren damit beschäftigt, den Beruf immer attraktiver zu gestalten und weiter nach vorne zu bringen. Mit seiner Idee und der Gründung einer Nationalmannschaft der Stuckateure ist ihm dabei etwas Besonderes gelungen.

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