Leonberg Eiben müssen für den Saunaausblick weichen

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Damit man besser aus der neuen Sauna (links) auf das Rathaus blicken kann, werden die Eiben an der Straße gefällt.Foto: factum/Granville Foto:  

Jetzt sollen auch noch die schönen Eiben weg“, sagt einen unserer Leserinnen sauer. Gemeint sind die immergrünen Gehölze zwischen dem Hallenbad und der Eltinger Straße. „Dieser Bereich der Stadt kann sicher als ganz besonders trostlos bezeichnet werden, das hohe Verkehrsaufkommen den ganzen Tag über ist sehr belastend“, findet die Leonbergerin. „Hier sollte im Gegenteil dringend für mehr Grün gesorgt werden“, sagt sie.

Diese Eiben-Sträucher wirkten als kurze Unterbrechung der Sicht zum Dauerstau eher beruhigend, die Straße stresse in diesem Bereich nicht so stark, meint die Mutter. „Nachdem für den Rathaus-Neubau in der Umgebung leider bereits viel vom schönen alten Baumbestand weichen musste, sind diese prächtigen Eiben an der viel befahrenen Straße immer sehr schön anzusehen“, findet die Leserin. „Sie sind immer grün, bieten etwas Lärmschutz und binden bestimmt Feinstaub, den es hier reichlich gibt“, ist die Leonbergerin überzeugt. Zudem habe sie nachgelesen, dass in allen europäischen Ländern die Eibe zu den geschützten Pflanzenarten gehöre. In Deutschland steht sie auf der Roten Liste der gefährdeten Arten und war im Jahre 1994 Baum des Jahres sowie Giftpflanze des Jahres 2011, denn Rinde, Nadeln und Samen sind toxisch.

Das Geld sinnvoller woanders einsetzen

Die Leonbergerin sieht das Ganze auch von der finanziellen Seite: „Die Arbeiten sind aufgrund der Größe der Büsche und weil die Stümpfe und Wurzelballen ausgegraben werden müssen, sicher mit hohen Kosten verbunden.“ Das sei sehr aufwendig. „Ich hoffe, dass diese Sträucher erhalten bleiben und die Steuermittel an anderer Stelle sinnvoll eingesetzt werden“, unterstreicht die Leonberger Naturschützerin ihren Standpunkt.

Weil Eiben sehr schnittverträglich seien, könnte die Höhe auch durch einen einfachen und kostengünstigen Rückschnitt begrenzt und die Optik der Büsche gestaltet werden, meint die Leonbergerin. Leonberg - Doch da ist der Baubürgermeister Klaus Brenner ganz anderer Meinung. Bis im Spätsommer die neue Sauna beim Hallenbad eröffnet werde, seien noch einige Arbeiten notwendig. Und dazu gehöre auch, die Eiben zu entfernen. „Um einen wirklich guten Ausblick von der Sauna nach draußen zu haben und die Sauna auch von der Eltinger Straße aus ins Bewusstsein der Bürger zu bringen, werden am kommenden Montag die zwölf Eiben am Rand der Eltinger Straße entfernt und durch einen Rasenstreifen ersetzt“, erklärt Brenner.

Die Arbeiten fänden bewusst vor der Brutzeit der Vögel und außerhalb der Vegetationsphase statt. „Früher wurden Eiben sehr gerne als geschlossene Sichtschutzhecken verwendet. Jetzt ist an dieser Stelle eine freie Sicht gefragt und dem passt sich die Bepflanzung an“, begründet Brenner das Vorgehen der Stadt. Zu gegebener Zeit werde man die gefällten Eiben durch hochstämmige Bäume ersetzen. „Die Leonberger Firma Kriesten hat in Aussicht gestellt, dass sie Bäume spenden will“, so Brenner.

Frauen-Union sieht durch Eiben Angstraum verursacht

Mit ihrem Anliegen, die Sträucher zu erhalten, hat sich unserer Leserin auch an Elke Staubach gewandt, die Vorsitzende der CDU-Fraktion im Gemeinderat. Die hat wissen lassen, dass sie das Thema in der jüngsten Fraktionssitzung angesprochen habe. Mit dem Ergebnis: „Wir werden als CDU-Fraktion hier keinen Stopp auf den Weg bringen.“ Zudem hat Staubach ihr als Vorsitzende der Frauen-Union geantwortet, dass es der Organisation wichtig sei, dass Blickkontakte zwischen Straße und Gehweg gegeben sind, damit keine Angsträume entstehen. „Laubbäume gewähren nach unserer Auffassung eher einen Blickkontakt“, so Staubach.

Dem widerspricht die LKZ-Leserin. Der Weg an der Eltinger Straße sei vor allem von Rasenflächen umgeben, stark frequentiert, nachts gut ausgeleuchtet und verlaufe in der Nähe von zahlreichen Wohnungen. Außerdem handle es sich nur um wenige Meter Gebüsch. „Angsträume sehe ich daher nicht, Angst bereitet mir vielmehr der schnelle Verlust von wertvollen Grünflächen in diesem Teil der Stadt in den vergangenen beiden Jahren“, sagt die Leonbergerin.

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