Leonberg CDU drängt auf Parken mit Handy-Abrechnung

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In der Altstadt gilt: parken nur nach Vorkasse. Foto: factum/Weise

Leonberg - Ist ein Bezahlsystem per Handy eine realistische Option für das Parkhaus in der Altstadt? Die CDU sagt Ja und ist sichtlich verärgert, dass diese Variante nicht schon längst überprüft wurde.

Nun soll nach der Sommerpause entschieden werden, wie es in der Tiefgarage unter dem Marktplatz weitergeht. Bleibt es beim jetzigen System des Vorabbezahlen, bei dem ein Parkschein ins Auto gelegt werden muss? Kommt die Schranke und damit das Bezahlen am Schluss zurück? Reichen künftig ein paar Klicks auf dem Smartphone, um die Zeit minutengenau abzurechnen? Oder gibt es noch ganz andere Varianten, um ein stressfreies Parken ohne die Gefahr saftiger Strafen zu ermöglichen?

Seriöse Vorschläge erwartet

Die Christdemokraten erwarten von den Stadtwerken, die die Altstadt-Garage betreiben, seriöse Vorschläge, anhand derer die Investitions- und Betriebskosten ersichtlich sind. Der Vorschlag des Oberbürgermeisters, einfach die Schranken wieder einzuführen, findet die CDU „zu mager“. Denn wesentliche Fakten als Grundlage für eine solche Entscheidung hätte Martin Kaufmann nicht geliefert, als er in der Ratssitzung vor der Sommerpause das Thema auf den Tisch gebracht hatte.

Besonders verärgert ist die Fraktionsvorsitzende Elke Staubach, dass der anderthalb Jahre alte Vorschlag des Handyparkens immer noch nicht geklärt ist. „Im März 2017 hatten wir einen fraktionsübergreifenden Antrag übergeben“, der von 25 der 32 Stadträte unterzeichnet worden war“, erinnert sich die Fraktionschefin.

Nur 1000 statt 15 000 Euro

Im vergangenen Sommer wurde dem Gemeinderat mitgeteilt, dass eine Umrüstung der Kassenautomaten auf Handy-Parken 15 000 Euro kosten würde. „Diese Behauptung erwies sich nach Recherchen der CDU-Fraktion als falsch“, sagt Elke Staubach heute. „Danach griff der frühere Oberbürgermeister das Thema nicht mehr auf. Der Neue bat um etwas Zeit zur Prüfung.“

Im Dezember bekamen die Stadträte vom Rathaus eine deutlich niedrigere Zahl genannt: Lediglich 1000 Euro würde eine Systemumstellung kosten. „Damit wäre der Weg frei gewesen für eine echte Verbesserung des Bezahlsystems“, sagt die Fraktionsvorsitzende. Und obwohl im Februar auch die Werbegemeinschaft „Faszination Altstadt“ auf die fehlende Akzeptanz des Parkhauses hingewiesen hatte, blieb im Rathaus alles ruhig. Bis der OB im Juni in unserer Zeitung eine Rückkehr zum Schrankensystem in Aussicht stellte.

Das ist für die CDU die schlechteste aller Möglichkeiten. „Das Ticketsystem ohne Schranken funktioniert oberirdisch in der Altstadt, in der Steinstraße und sonst wo in ganz Deutschland“, wundert sich Staubach. „In der Gerlinger Rathaus-Tiefgarage klappt es, und am Ditzinger Bahnhof funktioniert Handy-Parken.“

Tagesticket günstiger als früher

Am einfachsten, da ist sich die CDU mit der „Faszination Altstadt“ einig, wäre eine Ausweitung der kostenlosen Parkzeit mit der sogenannten Brötchentaste von einer halben auf drei Stunden. „Die Stadt hätte nur den Einnahmeausfall abschätzen müssen“, erklärt die Ratsfrau. „Diese Änderung würde keinerlei andere Kosten auslösen.“ Auch in den anderen Fraktionen wird das begrüßt, würde es doch Kunden locken, die noch einen Bogen ums Parkhaus machen.

Insgesamt, so erklärt Elke Staubach, ist das Parkhaus besser als sein Ruf: „Mit fünf Euro ist das Tagesticket billiger als früher. Das neue System ist weniger störanfällig, man kann auch mit der EC-Karte bezahlen und rund um die Uhr ein- und ausfahren.“

Auch die Werbegemeinschaft will keine alten Schranken wieder aufbauen, wirbt aber dafür, sich beim künftigen Betrieb an den neuesten Modellen zu orientieren. „Innovative Beispiele gibt es genug“, meint der Vorsitzende Joachim Heller.

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