Leichtathletik Silvesterläufer kommen leiser rüber

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Sie lassen von Beginn an keine Zweifel über ihre Absichten: Sieger Lorenz Baum (Nummer 1) und der spätere zweitplatzierte Jens Ziganke (Nummer 329). Foto: Andreas Gorr

Stuttgart - Der Stuttgarter Silvesterlauf in Weilimdorf ohne Klaus Dettmer – eigentlich nicht vorstellbar. Und doch machten sich auch zum Jahreswechsel 2016/2017 wieder über 1000 Teilnehmer auf die Strecke. Von Beginn an war der Vorsitzende des TSV Weilimdorf dabei, in den vergangenen Jahren als Hauptverantwortlicher. Im Herbst gab der 71-Jährige, wie bereits vor einem Jahr zur 25. Auflage angekündigt, seinen Posten ab. „Ich habe organisatorisch alles vorbereitet. Jetzt müssen Jüngere übernehmen“ (Dettmer). Die Federführung in Sachen Organisation hat nun ein Team der SG Weilimdorf. In dessen Namen bedankte sich Gottlieb Albrecht für die Arbeit Dettmers und versicherte allen Freunden des Jahresabschlusslaufes in Weilimdorf: „Wir werden den Silvesterlauf nicht sterben lassen.“

In einem Punkt machte sich das Fehlen Dettmers, der den Lauf als Zuschauer am Rand der Strecke verfolgte, dann aber doch für alle bemerkbar. Einen neuen Streckensprecher hatte das SG-Organisationsteam nicht finden können. Und so passierten Sieger und Platzierte im Schüler-, Hörnleshasen- und Hauptlauf ohne Kommentierung die Ziellinie.

Zwei schnelle Kilometer am Schluss

Lorenz Baum wird das nicht weiter gestört haben. Der 26-Jährige vom LAV Stadtwerke Tübingen kennt sich aus in Weilimdorf. Dreimal in Folge hatte er bereits den Hauptlauf über elf Kilometer gewonnen. Jetzt sicherte er sich in 34:04 Minuten zum vierten Mal die Siegprämie von 300 Euro. Das Rennen wurde erst rund 300 Meter vor dem Ziel entschieden, als Baum seinen Widersacher Jens Ziganke (SV Reichenau) doch noch abschütteln konnte. „Die letzten zwei Kilometer waren sauschnell“, rang der Sieger im Ziel sichtlich nach Luft. Lag sein Hauptaugenmerk bislang auf der 1500-Meter-Strecke, will er sich in der kommenden Saison auf 3000 und 5000 Meter konzentrieren.

Tabea Haug ist von 800 bis 10 000 Meter unterwegs. Die inzwischen für den LAC Quelle Fürth startende Athletin war über den Kontakt zu Lorenz Baum nach Weilimdorf gekommen. Nach Platz drei vor zwei Jahren setzte sie sich nun die Krone auf. Sie kam in 42:23 Minuten mit rund 90 Sekunden Vorsprung vor der Sechsfachsiegerin Jutta Brod ins Ziel. Gegen Ende der ersten Runde trennten beide Läuferinnen nur rund zehn Sekunden. „Ich bin nicht der Typ, um Spielchen zu spielen“, beschrieb Tabea Haug ihre Taktik, hielt das Tempo hoch und setzte sich so frühzeitig deutlich ab.

Leicht gesunkene Zahlen

Im Hauptlauf kamen 521 Starter ins Ziel, rund 40 weniger als im Vorjahr. Insgesamt zählten die Veranstalter 975 so genannte Finisher (343 Hörnleshasenlauf/111 Schüler). Zur Jahreswende 2015/2016 waren es 1039.

Auf der 5,5-Kilometer-Runde gab es kein Vorbeikommen an den Vorjahressiegern. Christian Kunisch (SV Böblingen) triumphierte in 18:22 Minuten genauso erneut wie Helen Rendich (MTV Stuttgart/23:36).

Eine Art Vereinsmeisterschaft wird der Lauf mittlerweile für das Schlumpflaufteam der KSG Gerlingen. Die ersten neun Plätze bei den Schülern belegten die Teilnehmer in den neongelben Shirts. Unter den ersten 20 finden sich 15 Gerlinger. Sechs der zehn Altersklassenwertungen entschieden sie für sich. In der Gesamtwertung lieferten sich Jakob Alber und Daniel Obermüller einen harten Kampf, den Alber in 7:30 Minuten mit zwei Sekunden Vorsprung gewann.

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