Leichtathletik Für Nachzügler ist es noch nicht zu spät

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Helga Grau-Ritter (links) hat ihre Schützlinge immer im Blick. Foto: Andreas Gorr

Leonberg - Der Startschuss ist gefallen. Am Montagabend hat Helga Grau-Ritter, selbst begeisterte und erfahrene Läuferin sowie Mitorganisatorin des Leonberger Citylaufes, ihre „neuen“ Kandidaten empfangen, die sie innerhalb von elf Wochen für die städtische Sportver­anstaltung am 24. Juni vorbereitet. Diese findet bereits zum achten Mal statt. Fünf Kilometer werden die Laufanfänger dann in Angriff nehmen. Bis zu diesem letzten Samstag im Juni stehen nun wöchentlich drei Trainingseinheiten auf dem Programm. Montagabends und mittwochabends (18.30 Uhr am Bauhof) in der Gruppe, samstags individuell.

Langsam anfangen, das möchte der Ditzinger Bernd Schopf. Der 58-Jährige hat früher in seinem Heimatverein Handball gespielt, nach seiner aktiven Zeit die TSF-Jugend trainiert und das Amt des Jugendleiters übernommen. Während sein Sohn Tim in der Zwischenzeit mit Kornwestheim in der Dritten Liga spielt, hat Vater Bernd Schopf sportlich lange nichts mehr getan. „Man wird bequem, ich könnte ja alleine laufen, aber ich kenne mich, es gibt immer Ausreden“, fügt er mit einem Augenzinkern hinzu. Also hat er sich den Cityläufern angeschlossen.

Susanne Predel aus Renningen, die früher geschwommen ist und aktuell immer wieder Fitness- und Aerobic-Kurse besucht, möchte noch mehr für ihre Form tun. „Ich habe zwei Kinder im Alter von zehn und zwölf Jahren, denen komme ich nicht mehr hinterher, wenn wir Fangen spielen“, sagt sie. Und das will die 52-Jährige nicht auf sich ruhen lassen. „Meine Motivation ist es, die fünf Kilometer zu schaffen und dafür regelmäßig zu trainieren.

Richtig sportliche, bereits erwachsene Kinder, hat Monika Brandl. Marathon oder Triathlon muss es beim Nachwuchs schon sein. Die 61-Jährige aus Ditzingen joggte früher selbst, musste aus gesundheitlichen Gründen aber aufhören. Mit der Anmeldung zum Citylauf-Training will sie einen Neustart wagen – und damit ihre Kinder, die in England, Berlin und Kassel leben, überraschen.

Bereits mehr Lauferfahrung bringt der Renninger Jörg Göring mit. Der 53-Jährige, in Leonberg Prokurist bei einer Metall- und Drahtwarenfabrik, ist im vergangenen Jahr zwei Marathons gelaufen und sammelt durchschnittlich 30 Trainingskilometer pro Woche. Zuvor hatte er 20 Jahre Handball gespielt. In Aachen, wo er herkommt, sowie später in Asperg. Seit ein paar Jahren läuft er regelmäßig. „Leider habe ich immer wieder gesundheitliche Probleme mit den Gelenken, deshalb möchte ich meinen Sport auf eine vernünftige Basis stellen und Hintergrund vermittelt bekommen.“ In der ersten Einheit machte er sich gleich auf den Weg mit den Fortgeschrittenen.

Mit den Anfängern, die wohl eher zu den Wiedereinsteigern zu zählen sind, legte Helga Grau-Ritter den ersten Gang ein. Dreimal zwei Minuten langsamer Dauerlauf, dazwischen zwei Minuten gehen. Eine spezielle Fußgymnastik rundete das Programm ab. Sukzessive wird in den kommenden Wochen der Umfang gesteigert. Großes Finale sind am 24. Juni die fünf Kilometer beim Citylauf. Vor der ersten Praxiseinheit bekamen die Teilnehmer bereits einen Einblick in die Gang- und Bewegungsanalyse. Der Sportwissenschaftler Jochen Mikait von der Orthopädie-Technik Kächele in Stuttgart schaute sich die angehenden Cityläufer genau an. 4000 Sensoren der elektronischen Fußdruckmessung gaben präzise Auskunft über den Laufstil, die Druckbelastung und Druckverteilung unter dem Fuß. Diese Werte sind auch wichtig für die richtige Schuh-Auswahl. Denn am 26. April steht ein Vortrag über Laufschuhe auf dem Programm. So wie an einem späteren Termin ein spezielles Krafttraining für Läufer. Am Pfingstmontag, 5. Juni, wird die Citylaufstrecke besichtigt und genau analysiert.

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