Kritik an der Postzustellung in Korntal-Münchingen Briefe kommen nur noch als Päckchen

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Die Post kommt in Korntal-Münchingen Foto: dpa

Korntal-Münchingen - Wilhelm Oppermann ist verärgert. Mal bekommt er eine Woche lang keine Post. Wenn, der Briefträger dann kommt, bekommt er die Post gleich stapelweise. Für ihn liegt nahe, dass die Sendungen nicht an dem Tag ausgetragen werden, an dem sie hätten bei ihm im Kasten landen müssen. „Das ist Dienstleistung in exzellenter Form, kaum zu überbieten“, kommentiert er ironisch.

Kommt der Briefträger zu Oppermann im Stadtteil Münchingen, erhält der Mann mal 23 Sendungen, mal 24. Oppermann führt inzwischen eine Liste. Am 11. November etwa werden ihm 21 Sendungen zugestellt. Die älteste datiert vom 26. Oktober. In den beiden folgenden Wochen erhält Oppermann je zweimal Post; in der dritten Woche dann gar keine, am Samstag der darauffolgenden Woche 23. Die älteste Sendung in diesem Stapel ist mehr als zwei Wochen alt.

Eine Straße, zwei Bezirke

Oppermann wohnt in der Schwieberdinger Straße. Diese Straße ist laut einem Postsprecher in zwei Bezirke aufgeteilt. „In beiden Zustellbezirken war seit Anfang November an jedem Tag eine Zustellkraft eingesetzt“, teilt er mit. Doch er schränkt ein: „Allerdings musste die Kraft im Bezirk mit den niedrigen Hausnummern an einzelnen Tagen die Zustelltour abbrechen, weil sie aufgrund der enorm hohen Sendungsmengen in der Vorweihnachtszeit nicht alle Sendungen innerhalb der täglich zulässigen Höchstarbeitszeit zustellen konnte.“

Oppermann lässt die Antwort nicht gelten. „Das Management sollte es nicht auf die höheren Postzustellungen und Krankheitsausfälle schieben, sondern sollte den Mitarbeitern wieder die Möglichkeit geben, auch etwas hektische Tage zu überstehen“, argumentiert er. Bekanntlich, so der Münchinger weiter, stützten die Mitarbeiter das Gerüst eines Unternehmens und führten es durch ihr tägliches Handeln zum Erfolg – „nicht immer das Management“.

Wilhelm Oppermann ist mit seiner Kritik an der Zustellung der Post nicht allein. Auch in den sozialen Medien machen sich die Bürger über die Zustellung im Stadtteil Luft. Marianne Kurz bekräftigt ebenfalls Oppermanns Kritik. „Die Post kommt total unregelmäßig. Das geht schon seit Monaten so.“ Kurz ist die Chefin des gleichnamigen Blumengroßhandels, der wie Oppermanns Wohnhaus im Stadtteil Münchingen liegt. Zuletzt habe sie sich insbesondere darüber geärgert, dass ihr zwei aufeinanderfolgende Ausgaben einer 14-tägig erscheinenden Zeitschrift an ein und demselben Tag zugestellt wurden, erzählt Marianne Kurz.

Sowohl Kurz als auch Oppermann geben an, sich bereits bei der Post beschwert zu haben. Auf Oppermanns telefonische Beschwerde im November angesprochen, erklärt der Postsprecher aber, keine Kenntnis davon zu haben: „Uns liegen für die Monate November und Dezember keine Beschwerden aus der Schwieberdinger Straße vor“, teilt er schriftlich mit.

Eine Situation, die es nicht gibt

Oppermann führt aus, er habe sich nach dem 11. November – dem Beginn seiner Aufzeichnungen – telefonisch bei der Post beschwert. Passiert sei nichts. Dabei bestätigt der Postsprecher, dass die von Oppermann gewählte Nummer tatsächlich die Kundenhotline sei, unter der Kritik anzubringen sei. „Warum die telefonische Beschwerde Ihres Lesers vom 11. November nicht bei den Kollegen vor Ort erfasst wurde“, lasse sich leider nicht mehr klären.

Marianne Kurz hat sich derweil abgewöhnt, in dieser Sache zu telefonieren. Auf ihre schriftliche Beschwerde habe sie zwar „einen sehr freundlichen Brief“ erhalten. „Aber es ändert sich nichts.“ Dabei dürfe es die von beiden geschilderte Situation laut dem Firmensprecher gar nicht geben. Denn werde die Zustellung abgebrochen, seien die Mitarbeiter gehalten, am nächsten Tag dort mit der Zustellung anzufangen, wo sie sie am Vortag abgebrochen haben. „So wird ausgeschlossen, dass Kunden an mehreren aufeinander folgenden Tagen keine Post bekommen.“

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