Kreis Böblingen Der Landrat lässt mit der Drohne messen

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Das Landratsamt Böblingen hat seit 2016 eine Drohne im Einsatz. Foto: Pixabay

Kreis Böblingen - Wenn Bürger künftig unbekannte Flugobjekte im Landkreis sichten, dann müssen das nicht notwendigerweise Außerirdische sein, die da auf das Heckengäu neugierig sind. Möglich ist es ab sofort auch, dass es der Landrat und seine Beamten sind, die ihren schönen Sprengel erkunden wollen. Wie es in einer Mitteilung des Landratsamts heißt, nutzen seit Kurzem die Mitarbeiter im „Amt für Vermessung und Flurneuordnung“ die sogenannten „unbemannten Flugsysteme“ (englisch: „Unmanned Areal Vehicle“, abgekürzt daher: UAV).

An diese Drohnen haben sie hochauflösende Kameras angebracht, damit wollen sie den Landkreis genau unter die Lupe nehmen. Und das ist praktisch, finden die Beamten. Die Drohne nämlich macht Fotos, die sie sofort auf die Tablets oder Smartphones der Mitarbeiter schickt. Schon während des Flugs können die Experten dann ihre Schlüsse ziehen und gegebenenfalls die Flugroute ändern.

Sehr einfach, sehr schnell, sehr flexibel

Beispiel Hochwasserrückhaltebecken: Diese seien mitunter schwer zugänglich, heißt es im Landratsamt. „Mit der Drohne können wir Sedimentablagerungen in den Hochwasserrückhaltebecken sehr einfach ermitteln, vermessen und berechnen“, erklärt Peter Scholl, der Leiter des Amts für Vermessung und Flurneuordnung.

Später dann, am Schreibtisch im Landratsamt, verwenden die Mitarbeiter die aufgenommenen Fotos weiter und berücksichtigen sie bei der Vermessung des Landkreises. Wer nun um die hohen Kosten solcher Drohnen weiß, den beruhigt Peter Scholl. Die Flüge seien „sehr einfach, sehr schnell, sehr flexibel und sehr kostengünstig durchzuführen“, sagt der Amtsleiter.

Drohne ist seit 2016 im Einsatz

Und schließlich: „Diese Drohnen haben nicht nur die Vermessung in den vergangenen Jahren zunehmend verändert“, erklärt er. Eine eigene Projektgruppe gebe es im Landratsamt, die die Einsatzmöglichkeiten und Aufgabenbereiche dieser neuen, unbemannten Kollegen testet. Schon seit Juli 2016 besitzt die Stabsstelle Bevölkerungsschutz und Feuerwehrwesen eine Drohne und nutzt sie, um Einsatzorte zu erkunden, Personen tags und nachts zu suchen, Brandherde zu ermitteln und Sperrbereiche zu überprüfen.

Und auch für die Zukunft hat die Projektgruppe schon Pläne. Das Straßenamt des Landratsamts sei interessiert, um Straßen und Baustellen damit schnell und präzise zu vermessen, heißt es. Und auch die Vermessungen an der Schönbuchbahn sollen schon per Drohne erledigt werden. „Das unbemannte Fluggerät bietet in Zukunft ein hohes Potenzial für das Landratsamt“, erläutert Amtsleiter Peter Scholl.

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