Kommentar zur Rutesheimer Bürgermeisterwahl Mit taktischem Spürsinn

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Susanne Widmaier will Rathaus-Chefin in Rutesheim werden. Foto: privat

Rutesheim - Rutesheim ist ein kleines, aber feines Städtchen, in dem die Wirtschaft brummt und die Finanzen stimmen. Ein ideales Umfeld für einen Bürgermeister, um möglichst sorgenfrei eine prosperierende Kommune weiterzuentwickeln. Umso erstaunlicher war es, dass mit Jürgen Beck bis unmittelbar vor Bewerbungsschluss lediglich ein Aspirant den Hut in den Ring geworden hatte. Der Leonberger Ordnungsamtsleiter hatte schon länger mit dem Chefposten in der Nachbarstadt geliebäugelt und nach der erfolglosen Bewerbung in Ettlingen recht zügig seine Kandidatur für Rutesheim erklärt.

Killinger hatte abgewunken

Der beliebte wie erfolgreiche Erste Beigeordnete Martin Killinger, dessen Aussichten gewiss sehr hoch gewesen wären, hatte indes intern schon früh abgewunken. Er kann mit der Rolle des Machers in der zweiten Reihe offenbar sehr gut leben.

Dennoch überraschte es, dass die Rutesheimer nicht selbst einen Kandidaten ins Rennen schickten. Vor dem Hintergrund der Kandidatur Susanne Widmaiers macht die lange Ruhe an der Bewerberfront jetzt aber durchaus Sinn. Die 51-Jährige ist im Altkreis stark verwurzelt, hat in ihren Leonberger Zeiten direkt an der Stadtgrenze zu Rutesheim gewohnt und kennt die hiesigen Perspektiven wie Probleme genau.

Im engsten Führungskreis

Wie eine Stadt gemanagt wird, hat sie nicht nur im engsten Führungskreis des einstigen Leonberger Oberbürgermeisters gelernt, sondern besonders auch in den vergangenen vier Jahren als Beigeordnete. Hier leitet sie ein Dezernat, das nicht gerade als Sympathieträger gilt. Gegen einen in der Öffentlichkeit sehr präsenten Bürgermeister musste sie sich mehr als einmal behaupten. Dass sie parallel zur Arbeit ein Führungsmaster-Studium durchgezogen hat, spricht für die Zielstrebigkeit, die ihr Thilo Schreiber attestiert.

Auch Jürgen Beck verfügt über eine vielfältige Laufbahn, ist Jurist mit erstem Staatsexamen und Diplom-Verwaltungswirt, und hatte vor seinem Wechsel nach Leonberg neun Jahre den Außendienst der Verkehrsüberwachung in seiner Heimatstadt Regensburg geleitet.

Duell zweier Verwaltungsprofis

Es wird also auf ein Duell zweier Verwaltungsprofis hinauslaufen: Widmaier hat Kompetenzen in Wirtschaftsförderung, Ansiedlungs- und Baupolitik. Beck hat sich neben dem Ausbau der Verkehrsüberwachung besonders für eine saubere Stadt und die Feuerwehr eingesetzt.

Dass Susanne Widmaier abgewartet hat, ob nicht doch noch ein weiterer starker Kandidat ins Rennen geht, spricht für ihr taktisches Fingerspitzengefühl.

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