Kirchen geben ihre Zustimmung Die Griechen haben nun eine eigene Kapelle

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Auf dem Rutesheimer Friedhof hat der griechische Elternverein eine Gebetskapelle errichten lassen. Foto: factum/Bach

Rutesheim - Eine kleine Gebetskapelle für die griechisch-orthodoxe Kirchengemeinde der Stadt steht seit einiger Zeit im Rutesheimer Friedhof. Sie ist zwar fertig gestellt und kann besichtigt werden. Doch eingeweiht ist sie noch nicht.

„Die Feierlichkeiten dazu werden voraussichtlich im Mai kommenden Jahres nach Ostern stattfinden“, sagte Ilias Georgiadis, einer der Vorsitzenden im griechischen Elternverein Rutesheim, in der jüngsten Sitzung des Verwaltungsausschusses. Das Gremium hat nämlich für die Errichtung der Kapelle einen Zuschuss in Höhe von 4500 Euro gewährt. Das ist rund ein Drittel der Gesamtkosten für die Kapelle in Höhe von fast 13 000 Euro.

Die städtischen Förderrichtlinien sehen eigentlich vor, dass der Zuschuss für Bauvorhaben grundsätzlich bei 15 Prozent liegt. Weil es sich die Stadt finanziell leisten kann, ist jedoch immer die Entscheidung des Gemeinderats im Einzelfall maßgebend. Und der hat in jüngerer Zeit mehrfach Bauvorhaben mit einem Drittel der Kosten bezuschusst – etwa den Anbau am Vereinsheim des Kreises Junger Christen und den des örtlichen Obst- und Gartenbauvereins.

Bei Sanierungen von Vereinsheimen wird nach der Förderrichtlinie regelmäßig immer ein Drittel gewährt. Auch bei den von den drei ausländischen Elternvereinen geplanten drei kleinen Lagergebäuden im Bonholz, die im Technischen Ausschuss im Oktober einstimmig beschlossen wurden, wird ein Zuschuss in Höhe von einem Drittel notwendig werden. Schon aus dem Grund, weil die Vereine sonst das Projekt nicht finanzieren können.

Elternverein ist der Initiator

Anfang 2016 war der griechische Elternverein mit der Bitte an die Stadtverwaltung herangetreten, eine Kapelle als Gebetsraum mit bescheidenen Außenmaßen und einem kleinen Turm von maximal vier Metern Höhe in der Stadt errichten zu dürfen. Naturgemäß hat sich die Standortsuche im dicht bebauten Stadtkern als sehr schwierig erwiesen. In der Verwaltung ist deshalb der Gedanke aufgekommen, dafür einen Platz im alten Teil des städtischen Friedhofes an der Mauer bei der Gebersheimer Straße zwischen Torhaus und der alten Aussegnungskapelle vorzusehen.

„Der vordere, alte Teil des Friedhofes ist vor allem ein Park und eine Grünoase in der Stadt“, erklärte seinerzeit der Bürgermeister Dieter Hofmann, als das Vorhaben im Gemeinderat vorgestellt wurde. Es sei nicht vorgesehen, auch diesen alten Teil mit Gräbern zu belegen, zumal der Friedhof nach Osten hin vergrößert wurde.

So hat die Stadt dem Verein eine Fläche von 3,3 auf 1,6 Metern verpachtet, auf der im Sommer die Kapelle errichtet wurde. Auf den Pachtzins wird verzichtet. „Wir haben uns für eine Kapelle entschieden, die in Griechenland aus Fertigteilen hergestellt wurde, aus Pietätsgründen wollten wir hier keine lange Baustelle haben“, sagte Fotios Tsifotidis, der Kassenwart des Vereins. Neben örtlichen Handwerkern haben auch Mitglieder des Verein mitgeholfen.

Fertigteile aus Griechenland

Im Vorfeld hat die Stadtverwaltung auch die örtlichen Kirchen ins Boot geholt. Die dazu angefragten Pfarrer und Vertreter der fünf Kirchengemeinden, die in der Ökumene im Ort zusammen arbeiten, haben diesem Vorschlag zugestimmt. Das sind die evangelische Johanneskirche, die Thomas- und die Waldenserkirche, die evangelisch-methodistische Markuskirche und die katholische St. Raphael-Kirche.

Mit großem Abstand sind seit dem Beginn des Zuzugs in den 60er Jahren, vor allem aus südeuropäischen Staaten, die Griechen mit derzeit rund 320 Personen die größte Bevölkerungsgruppe in Rutesheim aus dieser Zeit. Danach folgen rund 250 Italiener und etwa 195 Bürger aus der Türkei, aber auch viele Menschen aus dem früheren Jugoslawien leben im Ort.

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