Jugendgemeinderat Renningen Vom Chill-Abend bis zur Podiumsdiskussion

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Beim Projekt Sonnenschein sammeln die Jugendlichen Spenden für Bedürftige. Foto:  

Renningen - Wer in Renningen mitreden möchte, sollte auch wählen gehen“, findet die 17-jährige Catarina Santos Carvalho. Das gilt nicht nur in der großen Politik. „Sonst darf man sich hinterher auch nicht beschweren“, sagt auch Luise Haberland. Beide sind Mitglied im Jugendgemeinderat, der sich für die Interessen der Jugendlichen in Renningen einsetzt und der im April für die nächsten zwei Jahre neu gewählt wird. „Und wer selbst etwas verändern will, sollte auf jeden Fall kandidieren“, meint Catarina Santos Carvalho. Die Bewerbungsfrist endet in nicht ganz zwei Wochen.

Was die amtierenden Jungpolitiker in den vergangenen zwei Jahren alles auf die Beine gestellt haben, kann sich mehr als sehen lassen. Sie haben das erste gemeinsame Treffen von allen drei Jugendräten der Partnerstädte Renningen, Mennecy und Occhiobello organisiert, mit dem Projekt Sonnenschein haben sie sich sozial engagiert, zur Bundestagswahl haben sie eine Podiumsdiskussion veranstaltet – um nur ein paar Beispiele zu nennen. Ein großes Ziel, das die Ratsmitglieder außerdem hatten, war es, das Gremium bei den Kindern und Jugendlichen bekannter und präsenter zu machen. Das sei durch die vielen Veranstaltungen, darunter auch Partys und regelmäßige Aktionen wie der Chill-Abend im Jugendhaus, gut gelungen, glaubt der Vorsitzende Konrad Krämer (17).

Noch viele Ideen für die Zukunft

Auch wenn sie schon viel geschafft haben – Ideen für die nächsten Jahre gibt es trotzdem. „Das Sonnenschein-Projekt würden wir gerne fortführen“, sagt Catarina Santos Carvalho. Dabei wurden Sachspenden für Bedürftige gesammelt. „Die Podiumsdiskussion kam auch gut an“, erzählt Nicola Mevißen. Zur Kommunalwahl 2019, zu der auch 16-Jährige schon wählen dürfen, würde sich eine Fortsetzung sehr gut anbieten, glaubt Konrad Krämer. „Public-Viewing zur Fußball-WM wäre auch schön“, findet Nicola Mevißen.

Vor allem die älteren Mitglieder im Jugendgemeinderat müssen nun abwägen, ob neben dem Abitur noch genug Zeit bleibt für eine erneute Kandidatur. Allerdings sind Bewerbungen schon ab 13 Jahren möglich. „Meine Schwester war damals im Jugendgemeinderat, und ich habe gesehen, was die alles auf die Beine gestellt haben“, berichtet zum Beispiel die heute 17-jährige Bahar Sahin, die schon seit vier Jahren dabei ist. „Das hat mich motiviert, selbst mitzumachen.“

Wichtiges zur Wahl

Wer darf wählen?
Wahlberechtigt sind nur Schüler mit Hauptwohnsitz in Renningen. Wer eine Renninger Schule besucht, ist von der siebten Klasse bis zum Schulende wahlberechtigt, wer außerhalb Renningens zur Schule geht, muss zwischen 13 und 17 Jahre alt sein.

Wer kann sich bewerben?
Jeder, der wahlberechtigt ist, darf auch kandidieren. Wahlvorschläge müssen bis Montag, 19. März, schriftlich bei einer weiterführenden Schule in Renningen oder bei der Stadtverwaltung im Rathaus (Hauptstraße 1) eingereicht werden. Wichtig sind folgende Angaben: Name, Vorname, Geburtsdatum, Adresse, bei Schülern der Renninger Schulen auch Schule und Klasse. Außerdem müssen die Kandidaten und, bei Minderjährigen, ein Elternteil unterschreiben.

Wie läuft die Wahl ab?
Der Jugendgemeinderat wird über eine Online-Wahl bestimmt. Jeder Wahlberechtigte erhält bis zum 12. April eine Benachrichtigung aus dem Rathaus mit allen wichtigen Informationen und einem Zugangscode. Jeder Wähler hat fünf Stimmen. Es ist auch möglich, einem einzelnen Kandidaten bis zu drei Stimmen zu geben. Die Wahl selbst dauert vom 17. bis zum 26. April.

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