Innenstadt Renningen Ein Plan für mehr Leben in der Innenstadt

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Der Ernst-Bauer-Platz, wie er jetzt ist (links) und wie er einmal aussehen könnte (rechts). Foto: Stadt Renningen

Renningen - Wie kann man Renningen in den kommenden Jahren noch schöner gestalten? Das war die Frage, mit der sich Gemeinderat, Stadtverwaltung und ein eigens dafür engagiertes Büro in den vergangenen Monaten beschäftigt haben. Die Ergebnisse hat Alfred Ruther-Mehlis, der Professor am Institut für Stadt- und Regionalentwicklung an der Hochschule Nürtingen ist, am Montagabend dem Gemeinderat vorgestellt.

Dabei geht es um Leitlinien für die Stadtentwicklung in den kommenden 20 bis 30 Jahren. „Der Rahmenplan heute heißt nicht, dass das auch Stein für Stein genau so umgesetzt wird“, erklärte Ruther-Mehlis. Dennoch seien darunter gute Anregungen, wie man die Aufenthaltsqualität und die Qualität der städtischen Bebauung erhöhen könne.

Mit den Ergebnissen ist Hartmut Marx, der Renninger Stadtbaumeister, zufrieden. „Das ist ein zukunftsfähiger Plan“, sagt er. „Vor allem fand ich es klasse, dass so viele Bürger mitgemacht haben.“ Bei Bürgerwerkstätten konnten interessierte Renninger die vorläufigen Ergebnisse begutachten und Anregungen abgeben. „Mein Bestreben war es, nicht völlig an den Menschen vorbei zu planen – und das ist offenbar gelungen.“

Erst-Bauer-Platz, Rankbach und der Bereich um den Bahnhof

Drei Bereiche in der Stadt hatten sich die Stadtplanungsexperten angeschaut: Den Stadtkern um den Erst-Bauer-Platz, den Rankbach und den Bereich um den Bahnhof herum. Lob der Stadtplaner gab es für den neu gestalteten Ernst-Bauer-Platz. „Er ist angekommen und in der Bevölkerung verankert“, stellte Ruther-Mehlis fest. Allerdings: „Noch wird er seiner Funktion als Mitte Renningens nicht ganz gerecht.“ Dafür fehlen seiner Meinung nach Sitzmöglichkeiten, Einzelhandel und Gastronomie, die allesamt für mehr Leben in diesem Bereich sorgen.

Das sei aber bei einer Neugestaltung eines Platzes ganz normal. „Man plant einen Platz, dann baut man ihn – und dann justiert man eben nach“, erklärte der Städteplaner. Um dann langfristig mehr Qualität auf den Platz zu bringen, sei der Abriss der umgebenden Bebauung notwendig. „Natürlich können wir die Eigentümer nicht rauszerren“, sagte Alfred Ruther-Mehlis. „Aber langfristig zeigen wir Möglichkeiten auf, wie man mehr aus diesen Häusern machen kann.“ Zum Beispiel, wenn mehrere Häuser zusammen abgerissen werden und dort anschließend größere Häuser entstehen, die unterirdisch verbunden sind.

Handlungsbedarf sieht der Stadtplaner auch beim Rankbach. „Er besitzt große Potenziale für die Naherholung und Sport und Spiel“, sagte Ruther-Mehlis. Es bestehen zum Beispiel kaum Zugangsmöglichkeiten zum Bach, zwischen der Bahnhof- und der Hindenburgstraße gibt es überhaupt keinen Fußgängerweg. Da könne man mit Stegen Lücken im Wegenetz schließen und gleichzeitig den Hochwasserschutz verbessern.

Am meisten zu kritisieren hatte Alfred Ruther-Mehlis am Bahnhof von Renningen. „Das sollte die Visitenkarte einer Stadt sein“, sagt er. „Aber hier habe ich nicht den Eindruck, dass ich hier in eine attraktive Stadt komme.“ Vor allem auf dem Parkplatz gebe es großes Potenzial für weitere Nutzungen. Attraktive, urbane Gebäude könnten dort entstehen, während man die vielen Autos in Tiefgaragen oder einem Parkhaus verschwinden lassen könnte.

Fraktionen sind begeistert

Begeistert von den planerischen Vorschlägen zeigten sich alle Fraktionen im Renninger Gemeinderat. „Jetzt müssen wir eine Zeitachse festlegen, wann wir die Dinge auch umsetzen“. sagte der CDU-Fraktionschef Peter Weiß. Er forderte sogleich ähnliche Untersuchungen auch für den Ortsteil Malmsheim. „Auch hier haben wir eine ähnliche Situation mit Leerständen und Potenzialflächen.“

Erste Maßnahmen der Umsetzung schlug der Stadtbaumeister Hartmut Marx anschließend vor. Die betreffen vor allem die Innenstadt. „Wir wollen die Plätze mehr miteinander verbinden“, kündigt er an. Mehr Bänke und Spielgelegenheiten sollen mehr Leute in die Innenstadt locken und sie damit belebter machen. Rund 50 000 Euro hat der Rahmenplan bis jetzt gekostet. Geld, das Marx gut investiert sieht. „Ziel ist, dass wir ihn bei allen Gelegenheiten rausziehen und uns danach richten“, sagt er.

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