In Ludwigsburg ist Bauland knapp – und teuer Immobilienpreise gehen durch die Decke

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In Neckarweihingen ist das letzte größere Neubaugebiet Ludwigsburgs entstanden. Foto: factum/Archiv

Ludwigsburg - Die städtische Wohnungsbau GmbH (WBL) hat 2016 gar nichts und die privaten Bauträger nach eigener Aussage zu wenig gebaut. Das hat die Immobilienpreise in Ludwigsburg enorm in die Höhe schnellen lassen. Das zeigt ein Blick in den jetzt vorgelegten Bericht des Gutachterausschusses. Neue Eigentumswohnungen sind demnach im vergangenen Jahr um 21 Prozent teurer gewesen. Die Stadt müsse dringend Neubaugebiete in Angriff nehmen, rät Hans Schmid, der ehemalige Baubürgermeister und Vorsitzende des Sachverständigengremiums.

Nur 53 neue Wohnungen verkauft

„Manche Neubauwohnungen werden schon gehandelt wie Häuser“, sagte Olaf Dienelt, der Leiter der Geschäftsstelle Gutachterausschuss im Rathaus bei der Vorstellung des Berichtes. Der Durchschnittspreis bei neuen Eigentumswohnungen liege zurzeit bei 4400 Euro pro Quadratmeter. Je nach Lage seien Spitzenpreise von bis zu 5800 Euro pro Quadratmeter gezahlt worden. 2002 lag der Durchschnittspreis für eine neue Eigentumswohnung in Ludwigsburg noch bei 2200 Euro.

Tatsächlich seien im vergangenen Jahr auch nur 53 Neubauwohnungen verkauft worden. In den beiden Vorjahren sind es noch 215 und 130 Wohnungen gewesen. „Das entspricht einem Rückgang um 75 Prozent in nur zwei Jahren“, heißt es im Bericht der Immobiliengutachter.

Das Gutachtergremium besteht aus 26 Laien, Sachverständigen, Gemeinderäten und Finanzexperten. Als Datengrundlage ziehen sie alle abgeschlossenen Kaufverträge heran und lesen davon die Entwicklungen bei Bodenwerten und Wohnungspreisen ab. Der Ausschuss hat auch die Niedrigzinspolitik als Preistreiber ausgemacht – neben dem knappen Angebot an Wohnraum und der gestiegenen Attraktivität der Stadt. Außerdem schlage immer mehr durch, dass die Erbengenerationen ihr Vermögen vermehrt in Gebäuden und Grundstücken anlege.

Spitzenreiter Hartenecker Höhe

Während die Bodenpreise von 2014 auf 2015 im Schnitt um 13 Prozent gestiegen waren, sind sie von 2015 auf 2016 um 3 Prozent gefallen. Der Durchschnittspreis für erschlossenes Wohnbauland liegt aktuell bei 555 Euro pro Quadratmeter. 2015 lag er bei 575 Euro pro Quadratmeter. Die Gutachter möchten davon jedoch noch keine Trendwende ablesen. „Das Bauland wird auf alle Fälle ein knappes Gut bleiben“, sagt Dienelt.

Grundstücke, auf denen eine Mischnutzug aus Wohnen und Gewerbe gestattet ist, wurden 2016 für 440 Euro pro Quadratmeter gehandelt, im Jahr zuvor waren es 450 Euro. Die Preise für gewerblich nutzbare Grundstücke zogen dagegen an: Für sie wurden 2016 im Durchschnitt 190 Euro für den Quadratmeter verlangt, im Jahr davor mussten dafür nur 175 Euro aufgebracht werden.

Zu den Aufgaben des Gutachtergremiums gehört auch die Festsetzung von Bodenrichtwerten. Hier wurde der Bereich Hartenecker Höhe zum Spitzenreiter gekürt: mit 765 Euro für den Quadratmeter. Es folgt der Bereich nördlich des Klinikums und Zuckerberg: hier liegt der Richtwert bei 750 Euro pro Quadratmeter.

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