Heimsheim Kein Platz für sozialen Wohnraum

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In schöner Südwest-Hanglage grenzt der Lailberg an Heimsheim. 2018 sollen die ersten Häuser entstehen. Foto: Leicht

Heimsheim - Ein exquisites Stück Land steht da bereit, in Aussichtslage über Heimsheim, in direkter Nähe zu Schule und Sportanlagen. Seit 2011 arbeitet Heimsheim an einer Erschließung des Lailbergs. Am Montagabend nun hat der Gemeinderat entschieden, wie das Neubaugebiet zukünftig aussehen soll.

Die neun Hektar Wiesen- und Ackerflächen sollen in insgesamt 186 Grundstücke umgewandelt werden, die meisten davon etwa 400 Quadratmeter groß. Dabei will der Gemeinderat nur Einfamilien- und Doppelhäuser zulassen, in der Mitte des Gebiets und zur Pforzheimer Straße hin dürfen die Häuser zwei Stockwerke plus Dachgeschoss haben. Im Süden dürfen dann nur noch eingeschossige Gebäude entstehen.

Bei zwei Gegenstimmen und drei Enthaltungen segnet der Heimsheimer Gemeinderat mit acht Ja-Stimmen dieses vom Stuttgarter Architekturbüro Baldauf ausgearbeitete Konzept ab. „Mit den kleineren Häusern am Rand des Gebietes wollen wir einen schönen Übergang zur Landschaft hin schaffen“, erklärt die Stadtplanerin Christine König vom Büro Baldauf dem Gemeinderat. Auf der anderen Seite, entlang der Pforzheimer Straße, entsteht dagegen ein Lärmschutzwall, dazwischen das Neubaugebiet mit einer Haupterschließungsstraße und einigen Nebenstraßen.

Streit um Mehrfamilienhäuser

Aber bis dieses Konzept steht, haben die Gemeinderäte am Montagabend erst noch einige Kontroversen auszutragen. Sabine Kiedaisch von den „Bürgern für Heimsheim“ etwa wundert sich, warum in der Planung des Gebietes keine Mehrfamilienhäuser berücksichtigt wurden. „In diesem großen Gebiet muss es auch Mietwohnungen geben“, fordert sie. Ihre SPD-Kollegin Hannah Moritz unterstützt sie dabei. „Wir müssen das Wohnen in dem Gebiet so vielen Menschen wie es nur geht ermöglichen“, wettert die SPD-Frau. So, wie es jetzt geplant ist, da sei das Gebiet nicht zeitgemäß, schließlich handele es sich um den Lailberg, nicht um den Stuttgarter Killesberg.

Aber ist sozialer Wohnungsbau überhaupt durchsetzbar? Diese Frage stellt der CDU-Stadtrat Ralf Rüth und kennt auch schon die Antwort: „Wenn wir hier Mehrfamilienhäuser zulassen, bekommen wir Luxuswohnungen an bester Stelle. Ihr Ziel wird also nicht erreicht“, ruft er seinen Kollegen von der SPD und den „Bürgern für Heimsheim“ zu. Der Grund hierfür liegt im Verfahren, mit dem Heimsheim seit 2011 den Lailberg erschließt, nämlich im Umlegungsverfahren. Alle etwa 50 Grundstücksbesitzer behalten nämlich ihren Grund, geben ihn in das Umlegungsverfahren hinein und bekommen am Ende die fertig erschlossenen Grundstücke in gleicher Größe wieder.

Dazu kommt das Parkproblem

Die Stadt besitzt zwar 60 Prozent der Fläche. „Wir können den sozialen Wohnraum natürlich nur durchsetzen, wenn die Stadt dann auch die Grundstücke entlang der Pforzheimer Straße bekommt“, sieht schließlich auch Stadträtin Sabine Kiedaisch ein. Wo die einzelnen Eigentümer ihr Grundstück zugeteilt bekommen, steht allerdings noch nicht fest. „Dazu kommt das Parkproblem“, gibt Stadtplanerin Christine König zu bedenken. Denn große Mehrfamilienhäuser erfordern mehr Parkfläche – die nicht vorhanden ist.

„Altersgerechtes Wohnen gehört in die Stadtmitte“, sagt schließlich auch CDU-Stadtrat Uwe Braun. „Und dort haben wir noch Flächen, die wir bebauen können.“ Jetzt steht aber erst mal der Lailberg an, der Bebauungsplan wird jetzt nochmals öffentlich ausgelegt, danach diskutiert der Gemeinderat erneut – auch wenn mit großen Änderungen nicht mehr zu rechnen ist. Im nächsten Jahr will die Stadt dann Straßen und Versorgungsleitungen bauen, 2018 könnten dann die Häuslebauer loslegen.

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