Harmonikafreunde Leonberg/Eltingen Mit dem Akkordeon auf den Flügeln der Fantasie

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Wer das fantasievolle und vielseitige Herbstkonzert gehört hat, der weiß, dass es das Akkordeon mit jedem anderen Instrument aufnehmen kann. Foto: factum/Bach

Leonberg - Mit einem fulminanten Schlusspunkt haben die Harmonikafreunde Leonberg/Eltingen ihr Herbstkonzert im voll besetzten Theatersaal der Spitalschule beendet. Mit der Titelmelodie zu „Game of Thrones“ verabschiedete sich das Gesamtorchester vom begeisterten Publikum. Etwa 40 Musikerinnen und Musiker erfüllten den Saal bis hin zu den obersten Rängen mit dem vollen Sound ihrer Akkordeons. Den allermeisten Beifall jedoch erhielten die Kinder vom Schülerorchester, die sich mit ihrer Dirigentin Simone Hurlebaus des Themas „Schneewittchen“ angenommen hatten. Denn der mit Zipfelmützen ausgestattete Nachwuchs unterhielt die Zuhörer nicht nur musikalisch, sondern auch mit kurzen gesprochenen Texten und selbst gestalteten Zeichnungen zum Thema.

Von Frank Sinatra bis zu Musicals

„Auf den Spuren von Märchen, Abenteuer und Fantasy“ wandelten die Harmonikafreunde bei ihrem Herbstkonzert. Die „Spielgruppe“ unter der Leitung von Erika Schiller gab dabei unter anderem ein Frank-Sinatra-Medley zum Besten, das fünfköpfige „Ensemble“ spielte die sehr anspruchsvollen „Bachianas Brasileiras Nr. 1“, und das 1. Orchester mit seinem Dirigenten Maic Widmann hatte von „Abenteuerlust“ bis hin zu einem Medley aus dem Musical Cats von Andrew Lloyd Webber beste musikalische Unterhaltung im Programm.

„Wir haben ein buntes Repertoire, mit dem wir alle Facetten unseres musikalischen Könnens zeigen wollen“, sagte Vorstandsmitglied Stephanie Jenensch. Und dieses Können ist beachtlich und sogar preiswürdig. Vor zwei Jahren haben Musiker des Vereins in der Oberstufe A den ersten Platz beim 12. World Music Festival in Innsbruck erringen können. Diese Weltmeisterschaft der Akkordeonspieler findet alle drei Jahre statt. „Da gehen wir nächstes Jahr wieder hin“, versicherte Stephanie Jenensch. Bei den alljährlichen Treffen und Seminaren in Trossingen, dem Zentrum der Akkordeonisten, lerne man neue Musikliteratur kennen und treffe Spieler aus aller Welt.

Im Vereinsheim „Quetschkommod’“ in Eltingen üben nicht nur die Erwachsenen, sondern dort werden auch Kinder und Jugendliche von Musik-Profis unterrichtet. „Ab etwa sechs bis sieben Jahren, je nach Körpergröße, können Kinder mit einem kleinen Instrument zu spielen anfangen“, erklärte Stephanie Jenensch. Aber schon für Kleinkinder gibt es Musikgartengruppen. Mit der Grundschule Warmbronn besteht eine Kooperation. Dort können Zweitklässler in einer Arbeitsgemeinschaft das Instrument kennenlernen. Der Verein stellt Leihinstrumente zur Verfügung.

Akkordeon wird unterschätzt

„Die Nachwuchsgewinnung ist für uns sehr wichtig“, betonte die Vereinssprecherin. Und das sei nicht einfach. Der Ruf des Akkordeons sei oft nicht der beste und mit Gedanken an Wirtshausmusik und Schifferklavier verbunden. Dabei gebe es eine umfangreiche musikalische Literatur, die extra für Akkordeon geschrieben oder umgeschrieben wurde. Von Klassik bis Pop sei dabei alles vertreten. Wer das fantasievolle und vielseitige Herbstkonzert gehört hat, der weiß, dass es das Akkordeon mit jedem anderen Instrument aufnehmen kann und musikalisch in nichts zurücksteht.

Dem Verein der Harmonikafreunde, dessen Anfänge bis ins Jahr 1945 zurückreichen, gehören heute 135 Mitglieder an, davon etwa 20 Jugendliche. Im kommenden Jahr wird das fünfzigjährige Vereinsbestehen gefeiert. Schon jetzt steht der 13. April für den Festakt in der Steinturnhalle fest. Am 27. Oktober wird es dann ein Konzert in der Stadthalle geben.

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