Handball Dinah Eckerle zieht es zurück in die Heimat

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In der neuen Saison wird Dinah Eckerle auf die Zeit in Thüringen zurückblicken. Foto: Baumann

Hemmingen - Ich wusste es“, sagte Dinah Eckerles ehemaliger Trainer Jörg Wessely nach ihrem ersten Bundesliga Einsatz für den Thüringer HC. Mit acht Jahren fing sie bei der GSV Hemmingen 2003 mit dem Handballspielen an. Jörg Wessely erkannte sofort, dass Dinah Eckerle es als Torfrau einmal ganz weit schaffen kann.

Nach sechs Jahren in Hemmingen wechselte die gebürtige Leonbergerin vorübergehend zu den TSF Ditzingen, ehe sie sich 2009 im Alter von 14 Jahren dem Thüringer HC anschloss. Der THC-Scout Udo Braun hatte sie damals bei einer Sichtung entdeckt und später angeschrieben. Schon so früh von zu Hause wegzugehen, war für Eckerle damals eine „sehr schwere Entscheidung“. Als ihr das Angebot aus Thüringen vorlag, war sie erst 13 Jahre alt. Gemeinsam mit ihren Eltern fuhr sie damals nach Erfurt und schaute sich das Sportinternat und das Umfeld genau an. Daraufhin wurde die Entscheidung gefällt. Das Talent orientierte sich gen Osten.

Heimweh in den ersten Wochen nach dem Wechsel

Im Nachhinein spricht Dinah Eckerle in Bezug auf ihren Wechsel von „der besten Entscheidung, die ich in meinem Leben getroffen habe. Ich würde es immer wieder tun und kann es jedem empfehlen“, ermutigt die heute 22-Jährige alle Jugendlichen, die selbst vor solchen Entscheidungen stehen. Auch wenn es anfangs schwer war, sich an ihre neue Umgebung zu gewöhnen: „Zu Beginn meiner Zeit in Erfurt hatte ich oft Heimweh“, erzählt Eckerle, die über das Internet in Kontakt zu ihren Freunden in Hemmingen blieb.

Ihre Familie besuchte sie wenn möglich einmal im Monat. Allerdings wurde Eckerle in Erfurt „sehr gut aufgenommen“. Sie baute sich dort eine zweite Heimat auf, knüpfte schnell neue Kontakte in ihrem Handballteam und in der Schule.

Nach neun Jahren beim THC ist Dinah Eckerle nun auf der Suche nach neuen Herausforderungen. „Ich brauche etwas Neues, um mich sowohl sportlich als auch menschlich weiterzuentwickeln“, erklärt sie. Zudem freue sie sich, zurück in der schwäbischen Heimat bei ihrer Familie zu sein, die immer noch in Hemmingen lebt.

Trotzdem hat sie lange überlegt, bis ihre Entscheidung gefallen ist. Denn ihre Freunde hat Eckerle inzwischen alle in Erfurt. Ihr Freund, der auch aus der Hauptstadt Thüringens stammt, wird vermutlich mit in ihre Heimat kommen. „Ich denke, dass ich mir schnell etwas Neues aufbauen kann“, ist Eckerle außerdem zuversichtlich, dass sie sich schnell wieder in ihrer neuen, alten Heimat einleben wird.

Gute Chancen im Titelrennen

Die restliche Saison beim THC will Eckerle „bis zur letzten Sekunde alles geben“. Ende Mai bestreitet sie ihr letztes Spiel in Thüringen. „Die Bundesliga ist im Moment sehr ausgeglichen“, meint Eckerle. Anfang Januar hat der Spitzenreiter beispielsweise beim Außenseiter aus Bad Wildungen verloren. Die Meisterschaft in der Liga ist das Saisonziel, nachdem der THC im Pokal gegen Bietigheim ausgeschieden ist. Und da sieht es richtig gut aus. Momentan liegt Thüringen in der Bundesliga mit fünf Punkten Vorsprung auf Bietigheim auf dem ersten Platz.

Neben ihrer Handballkarriere studiert Dinah Eckerle Sport-Management. Auch wenn das Handballspielen zum Leben reicht, findet sie es wichtig, noch etwas anderes zu machen. Auch die meisten ihrer Kolleginnen studieren oder arbeiten.

Dinah Eckerles Karriereziel ist ein internationaler Titel. Sie will unbedingt einmal die Champions League gewinnen, ebenso wie eine Medaille mit der Nationalmannschaft holen. Vielleicht wird sie den Sieg in der Champions League ja schon in jüngster Zukunft mit ihrem neuen Verein Bietigheim feiern können. Denn auch die 235-malige deutsche Nationalspielerin Anna Loerper vom Bundesliga-Dritten TuS Metzingen hat völlig unerwartet und mitten in der Saison nach Bietigheim gewechselt. Sie steht bis 30. Juni 2019 unter Vertrag. Dinah Eckerle spielt ab dem ersten Juli diesen Jahres für vorerst zwei Jahre bei Bietigheim.

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