Grüne in Renningen Der erste Platz gehört einer Neueinsteigerin

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Viele Kandidaten der Grünen stehen zum ersten mal auf einer Wahlliste. Foto: privat

Renningen - Die Listen für die Gemeinderatswahlen 2019 halten einige Überraschungen parat. Bereits die SPD Renningen hatte mit ihren Kandidaten und den Platzierungen eine spannende Liste vorgelegt, die Grünen haben jetzt nachgelegt und ebenfalls ihre Liste fertiggestellt. Auf dem ersten Platz steht die 50-jährige Betriebsprüferin Monika Breitweg. Politisch ist sie bislang noch nicht in Erscheinung getreten. Die amtierende Gemeinderätin Susanne Blaurock tritt auf Platz zwei an, Jochen Breutner-Menschick erst auf dem siebten Platz. Ratsherr Erwin Eisenhardt wird nicht wieder antreten.

„Wir haben gemeinsam überlegt, welches Ergebnis wir erreichen wollen und wie wir es am besten erreichen“, berichtet Jochen Breutner-Menschick. Auf dieser Basis habe man die Listenplätze vergeben. Die Kandidatenfindung verlief gut. „Wir haben nicht alle gekriegt, die wir gerne wollten, aber das ist eigentlich immer so“, erzählt er. Bei vielen stehen der Beruf und die fehlende Zeit einer Kandidatur im Weg. Allerdings: „Wir hatten auch einige Frauen, die gesagt haben: Das wollen sie sich nicht antun bei dem Ton, der in dieser Arbeit herrscht. Und das hatten wir noch nie“, bedauert er. Erfreulich war für ihn dagegen, „dass wir viele Kandidaten gefunden haben, die sofort gesagt haben: Das mache ich, und ich gehe auch nach vorne auf die Liste.“

Monika Breitweg tritt zum ersten Mal an

Das gilt zum Beispiel für Monika Breitweg. Die zweifache Mutter kandidiert zum ersten Mal für ein politisches Amt. „Ich war politisch schon immer engagiert, aber ich war jahrelang alleinerziehend, das war der Grund, warum ich in dieser Zeit nichts gemacht habe.“ Seit ihre Kinder studieren, ist sie wieder aktiv geworden. Durch ihre Nähe zur grünen Politik kam auch der engere Kontakt zu Jochen Breutner-Menschick und der Ortsverbandsvorsitzenden Andrea Menschick zustande, die sie davor bereits kannte. Dass sie gleich für den ersten Listenplatz vorgeschlagen wurde, habe sie gefreut. „Ich habe gesagt: Wenn ich mich bewerbe, dann will ich das auch machen.“

Erwin Eisenhardt hört auf

Auffallend ist, dass Erwin Eisenhardt nicht mehr auf der Liste steht. „Die Entscheidung habe ich schon vor der Bürgermeisterwahl 2016 getroffen, nachdem die Grünen keinen eigenen Kandidaten aufgestellt hatten“, berichtet er. „Bei diesem Bürgermeister ist alles, was mit Themen wie Klimaschutz und Nachhaltigkeit zu tun hat, vergebliche Liebesmüh’.“ In seinem Urteil geht er sogar noch weiter: „Mit diesem Menschen in einem Gremium zusammenzuarbeiten, ist für mich unmöglich.“ Für ihn gebe es auch andere Möglichkeiten, etwas zu verändern. Die Bekanntheit der Kandidaten betrachtet er allerdings auch gar nicht als so vordergründig. „Für uns waren immer die Themen entscheidend, nicht die Köpfe, und das wird auch geschätzt.“

Thematisch möchten die Renninger Grünen nachhaltige ökologische Stadtentwicklung in den Vordergrund stellen, „verbunden mit einem hohen Maß an Bürgerbeteiligung und Transparenz“. Weitere Kandidaten, die das umsetzen möchten, sind unter anderem Andreas Breier (Platz drei), langjähriges Vorstandsmitglied beim Renninger Car-Sharing, sowie auf Platz vier und fünf die 21-jährige Geo-Ökologie-Studentin Katharina Kreis und der 50-jährige Realschullehrer Jörg-Peter Eisenhardt. Auch diese drei kandidieren zum ersten Mal für einen Platz im Gemeinderat. Der jüngste Kandidat ist der 19-jährige Abiturient Jonas Röder auf Platz elf.

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