Freie Fahrt bei Leonberg Hoffen auf das Entflechtungs-Wunder

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Freie Fahrt auf acht Spuren: Der neue Entflechtungsstreifen (ganz links) zwischen dem Autobahnkreuz Stuttgart und dem Dreieck Leonberg soll Entlastung bringen. Foto: factum/Bach

Leonberg - Ein ungewohnter Anblick: Zügig fließt der Verkehr unter der neuen Brücke „Rotes Steigle“ auf jeweils vier Fahrbahnen der Autobahn 8 in beide Richtungen. Wo täglich rund 150 000 Fahrzeuge vorbeidüsen, scheint es nicht das geringste Problem zu geben.

Das Heilmittel gegen Staus auf diesem Abschnitt, der den Verkehr der A 8 und der A 81 bündelt, soll in Richtung Heilbronn und Karlsruhe ein weiterer Fahrstreifen sein, den Fachleute als Verflechtungsstreifen bezeichnen. Der Grünen-Landesverkehrsminister Winfried Hermann sprach beim Festakt zur feierlichen Eröffnung lieber von einem „Entflechtungsstreifen“. „Der größte Vorteil ist, dass dieser Streifen es dem A-81-Verkehr aus Richtung Singen bei Leonberg ermöglicht, kreuzungsfrei auf die A 81 Richtung Norden zu kommen“, sagte der Verkehrsminister.

Keine normale Fahrspur

Diese zusätzliche vierte Fahrspur zwischen dem Autobahnkreuz Stuttgart und dem Ostanschluss am Leonberger Dreieck soll es Autofahrern, die auf der A 8 aus Richtung München kommen, aber auch denen, die am Kreuz auf der A 81 unterwegs sind und auf dieser bleiben wollen, erleichtern, der A  81 zu folgen, oder sich auf der A 8 in Richtung Karlsruhe einzuordnen.

Das sei kein normaler Fahrstreifen, wie es sich auf den auf den ersten Blick darstelle, sondern eine Verlängerung auf 4,4 Kilometer der vorausgegangenen Einfädelspur, die seinerzeit aber erst ab der Friedensbrücke begonnen hatte. Diese hatte sich angesichts des riesigen Verkehraufkommens als zu kurz erwiesen, was häufig zu Staus aber auch zu vielen brenzligen Verkehrssituationen geführt hatte. Viele Autofahrer sind nämlich erst in letzter Sekunde ein- oder ausgeschert, um die richtige Autobahn nicht zu verpassen.

Kein zusätzlicher Lärm

„Diese nun in Richtung Autobahnkreuz Stuttgart verlängerte vierte Fahrbahn bringt für Leonberg keinen zusätzlichen Verkehrslärm“, sagte ein Mitarbeiter der Stuttgarter Regierungspräsidiums am Randes des Festaktes. „Im Bereich Leonberg waren auch schon vor diesem neuen Verflechtungsstreifen vier Fahrspuren – zwei für die A 8 und zwei für die A 81.“ Deshalb seien die anfänglichen Befürchtungen des Gemeinderates über eine zusätzliche Lärmbelastung, insbesondere für Eltingen und Ramtel, unbegründet gewesen.

Norbert Barthle, der parlamentarische Staatssekretär beim Bundeslandwirtschaftsminister – weil der Verkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) sein Amt abgegeben hat, ist dieses vorläufig bei Landwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU) angesiedelt – stufte den Verflechtungsstreifen als wichtigen Baustein im geplanten achtstreifigen Ausbau der A 8 zwischen Leonberg und Wendlingen ein. In das Vorhaben habe der Bund 37 Millionen Euro investiert, als Beitrag für leistungsfähige Straßen im Raum Stuttgart.

Kein Ende der Baustellen

„Ich will den Nord-Ost-Ring nicht ansprechen, aber dort muss sich etwas tun“, so Barthle, und hatte somit das beim Grünen-Verkehrsminister unbeliebte Thema aufs Tapet gebracht. Der überhörte es geflissentlich und wies darauf hin, dass die Autobahnbaustellen im Land nicht ausgehen werden. Als eine der wichtigsten nannte er die fünf Jahre dauernde Sanierung des Engelbergtunnels, die 2019 startet und 140 Millionen Euro kosten wird. „Da heißt es zu sorgen, dass der Verkehr nicht nach Leonberg und Stuttgart schwappt“, sagte Verkehrsminister Winfried Hermann.

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