Forstwirtschaft in Weil der Stadt Vorfahrt für umweltfreundliches Arbeiten auch im Wald

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In der Waldwirtschaft kommen sogenannte Schlepper zum Einsatz. Foto: dpa

Weil der Stadt - Äußerst knapp ist eine Abstimmung im Gemeinderat ausgefallen, bei der am Anfang eigentlich alles klar schien. Der Revierförster Markus Scholl hatte umfangreich recherchiert, um dem Gremium für die Arbeit im Wald die Anschaffung eines Schleppers vorzuschlagen, der den Unfallverhütungsvorschriften entspricht. Ein solcher war seither gemietet worden. Markus Scholl hatte sich nach reiflicher Überlegung für das Modell Vatra A 93 entschieden und dem Weiler Gemeinderat vorgeschlagen, diesen zum Bruttoangebotspreis von knapp 76 000 Euro anzuschaffen.

Doch damit hatte der Revierförster die Rechnung ohne David Götz (CDU) gemacht. Der Gemeinderat und Landwirt vertrat vehement die Meinung, dass dieses Modell nicht stark genug sei für die Arbeit im Wald, sprich beim Fällen von Bäumen, beim Rücken, also dem Herausholen von Holz auf befahrbare Wege, und vieles mehr. Der Gemeinderat aus Schafhausen plä­dierte für ein stärkeres Gerät auf der Liste von Markus Scholl, nämlich den Schlepper John Deere 6095 MC mit Forstausrüstung, der mit einer Winde knapp 84 000 Euro kosten soll. Dieser sei besser geeignet, um die anfallenden Arbeiten zu erledigen, ­sagte Götz und verwies dabei auf seine eigene langjährige Erfahrung im Wald.

Die Mehrheit entscheidet sich für das teurere Fahrzeug

Bei der folgenden längeren Diskussion im Gremium entstand die kuriose Situation, dass Fachmann Markus Scholl vom Forstrevier für die Anschaffung des kostengünstigeren Schleppers plädierte, David Götz aber bei seiner Meinung blieb, den teureren und damit ­anscheinend besser geeigneten zu kaufen. Den Ausschlag zu Gunsten von David Götz bildete schließlich das Argument, dass der Vatra noch nicht die neueste Technik in ­Sachen Dieselabgastechnik enthalte. Da dieses Fahrzeug aber geschätzte 20 Jahre im Weil der Städter Wald seinen Dienst tun soll, war manchen Gemeinde­räten wohl die Gefahr zu groß, dass durch künftige Vorschriften das Gerät in seinem Betrieb beeinträchtigt werden könnte.

Nachdem sich auch der Bürgermeister Thilo Schreiber schließlich für die zwar teurere, aber umweltfreundlichere Variante aussprach, stimmten 13 von 23 Stimm­berechtigen einschließlich des Bürgermeisters für die Anschaffung eines John- Deere-Schleppers.

Ein pikantes Detail am Rande: Alfred Kappler, Fraktionsvorsitzender der ­Grü­nen, hatte sich aus Gründen der Haus­haltsdisziplin für das Modell Vatra aus­gesprochen, was ihm dann in der weiteren Diskussion entsprechende Kommentare seiner Ratskollegen einbrachte.

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