Bürokratie in Leonberg Beim Flohmarkt heißt die Devise: Stände statt Stühle

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Beim Flohmarkt gehört die Altstadt weitgehend den Trödlern. Foto: factum/Bach

Leonberg - Groß war der Andrang beim Flohmarkt am Samstag in der Altstadt. Doch wer sich von der Schnäppchenjagd bei heißen Temperaturen mit einem kühlen Getränk oder einem kleinen Imbiss erholen wollte, der hatte zumeist das Nachsehen. Von den Tischen und Stühlen, die sonst auf dem Marktplatz vor vier Lokalen stehen, war nicht viel zu sehen.

Das Eiscafé Stefanello hatte allenfalls die Hälfte seines Freiluft-Platzangebots, im Café Trölsch hatte man einige Tische direkt an die Hauswand gestellt. Beim Domizil waren bis auf eine kleine Ecke sämtliche Tische weg. Und der sonst großzügige Freiluftbereich des Grünen Michel war komplett von der Bildfläche verschwunden.

Vonderheid: Reduzierte Bestuhlung ist logisch

Kein Wunder, dass die wenigen Plätze angesichts des sommerlichen Wetters heiß begehrt waren. Etliche Besucher waren mehr als überrascht, dass ausgerechnet an einem Tag, an dem der Marktplatz rappelvoll war, die Sitzgelegenheiten in der Gastronomie so vehement reduziert wurden.

„Seit vielen Jahren ist es geübte Praxis, dass der Veranstalter SV Leonberg/Eltingen und die Gastronomen Art und Umfang der Außenbewirtschaftung einvernehmlich abstimmen“, erklärt der Ordnungsbürgermeister Ulrich Vonderheid (CDU) auf Anfrage unserer Zeitung. „Dass die Bestuhlung reduziert werden musste, ist logisch, sonst wäre kein Platz für den Flohmarkt gewesen.“

Marie Mattner, die mit ihrem Mann Lothar das Domizil betreibt, kann der Logik des Ordnungsbürgermeisters nur bedingt folgen. „In der Zwerchstraße und der Klosterstraße wäre genug Platz für Stände gewesen.“ Auch die „einvernehmliche Abstimmung“, von der Vonderheid spricht, interpretiert sie anders: „Uns wurde vom Ordnungsamt klar gesagt, dass die Tische wegmüssten. Eine wirkliche Wahl hatten wir nicht.“ Lothar Mattner sieht immerhin einen kleinen Lichtblick: Einige wenige Tische in einer hinteren Ecke durften stehenbleiben. „Bisher war auch das verboten.“

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