B295 in Renningen Faißt: Aussagen zu Lückenschluss „postfaktisch“

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Die B295 ist und bleibt ein Zankapfel. Foto: kle

Renningen - Wer hat den Lückenschluss verzögert? Darüber gehen die Meinungen deutlich auseinander. Was die Verbindung der Bundesstraßen 295 und 464 betrifft – deren Ausbau soll erst nach 2026 und der Erweiterung der A 81 beginnen –, gibt es den Vorwurf an den grünen Verkehrsminister Winfried Hermann, er habe das Projekt verzögert. In einem Interview mit unserer Zeitung hat Uwe Lahl, der oberste Beamte des Verkehrsministeriums, diesen Vorwurf deutlich zurückgewiesen. Das wiederum will der Renninger Bürgermeister Wolfgang Faißt so nicht stehen lassen. In einem offenen Brief wendet er sich an den Ministerialdirektor Lahl.

Bis 2012 sind sich alle einig

„Alle beteiligten Städte und Gemeinden unserer Raumschaft, das Landratsamt Böblingen, das Regierungspräsidium Stuttgart und auch die Arbeitsebene des Verkehrsministeriums“ hätten in den Jahren von circa 2005 bis 2012 alle „an einem Strang“ gezogen – womit er eine Formulierung Lahls aufgreift – und seien zu einer gemeinsamen Planungsvariante gekommen. „Nur einer hat unmittelbar vor der Bundestagswahl im September 2013 bei einer Wahlkampfveranstaltung der Grünen in Leonberg dieses dringende Projekt ausgebremst: Verkehrsminister Winfried Hermann.“ Nach damaligem Stand hätte der Lückenschluss bereits bis 2017/18 fertiggestellt werden können, sagt Faißt, und somit noch vor dem Ausbau der A 81.

„Gemeinsam nach vorne schauen“

Die Aussage Lahls, dass der Minister die Planung „nicht verzögert, sondern beschleunigt“ habe, geht dem Renninger Bürgermeister sichtlich gegen den Strich. „Postfaktischer kann man diese Situation gar nicht darstellen!“, formuliert er es. Die neue bevorzugte Planungsvariante, die in den Gesprächen nach 2013 entwickelt wurde, unterscheide sich nur unwesentlich von der aus dem Jahr 2012. „Dies sind die Fakten dieser unendlichen Geschichte“, sagt Faißt. „Ungeachtet dessen müssen wir gemeinsam nach vorne schauen.“ Damit habe Uwe Lahl in jedem Fall Recht, dass „jetzt alle an einem Strang ziehen müssen“.

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