Ausstellung in Höfingen Die große Passion zum Bild eint alle Fotografen

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  Foto: factum/Granville

Leonberg - Aus der 2012 gegründeten Gruppe des Heimat- und Kulturvereins ist heute ein lebhafter, intensiver Treff von begeisterten Hobbyfotografen entstanden“, erklärt der Sprecher des Fototreffs Höfingen, Jürgen Kölle.

50 Fotografien zieren die weißen Wände. Insgesamt 17 Fotografen haben ihre Motive frei ­gewählt.Es ist eine schöne Mischung entstanden. Ob Selfie, Instagram, Hobby- oder professionelle Fotografie: jeder Fotograf hat seinen ganz eigenen Fokus. Auf die Welt, auf sich. So sind Werke aus den Bereichen Architektur, Porträts, Landschaften, Pflanzen, Tiere, Technik, bis hin zur Straßen-Fotografie zu bestaunen.

Der richtige Augenblick

Da gibt es beispielsweise die Porträts teils in Farbe, teils in Schwarz-Weiß. Ob in erotischer Pose, künstlerisch inszeniert oder die Momentaufnahme einer älteren Frau in einem fernen Land an einem Straßenrand – der Blick auf Menschen ist vielfältig und bietet die unterschiedlichsten Möglichkeiten zur Präsentation. Auch die Naturfotografie ist beliebt. Ein Schmetterling, wie er sich auf einer Blume niederlässt, Frösche im Teich oder Libellen beim Liebesspiel – es gibt unzählige Motive. Doch der richtige Augenblick macht das Bild erst zu dem was es am Ende ist. Eine faszinierende Sicht auf das Leben.

So gehört auch die Architektur zu unserem Blick auf und in die Welt. Prachtvolle Bauten, modernste Anreihung von Gestaltungsideen. Ob in der Region oder in fremden Ländern. Die Reisefotografie steht für Erinnerung und dem Festhalten von verschiedensten Gefühlen. Eine Kamel-Karawane, die durch die Wüste streift, Eisschollen auf kalten Gewässern oder Landstriche, anmutig und fremd zugleich.

Mit der künstlerischen Fotografie ist ein weiterer Blick auf die Welt möglich. Da ist beispielsweise ein gespiegelter Hagebuttenzweig zu sehen, wie auch Herbstblätter, die losgelöst im Gewässer treiben. Bewegung, Sport und Gefahr ist auf der Foto­grafie rund um einen Motorradsportler zu sehen. Es scheint so, als würde er dem Foto entspringen. Voller Kraft und Anmut.

„Wir vergessen manchmal im Jetzt zu leben, uns selbst wahrzunehmen“, unterstreicht Professor Klaus Werner in seiner Einführungsrede zur Ausstellung am ­vergangenen Sonntag. Und weiter: „Deshalb heißt die Ausstellung „AugenBlicke“, denn nur wer für den Augenblick lebt, ­bedenkt die Vergangenheit und lebt für die ­Zukunft.“

Wunderbare Fähigkeiten

Doch warum werden Augenblicke eigentlich in Bildern festgehalten? Klaus Werner erklärt sich das so: „Weil wir als Menschen nur in Bildern etwas begreifen und denken können und weil wir die ­wunderbare Fähigkeit haben, solche Bilder über unsere Augen geistig aufzunehmen und dann fotografieren zu können.“

So ist die Ausstellung auch eine Botschaft, die sich an die Worte der Gisèle Freund, einer bekannten französischen Fotografin des vergangenen Jahrhunderts anlehnt: „Das Auge macht das Bild, nicht die Kamera.“ Und auch Klaus Werner ­bedient sich eines Zitats des Philosophen Friedrich Nietzsche: „Das Leben ist es wert gelebt zu werden, sagt die Kunst, die schönste Verführerin.“

Info: Noch bis 25. März sind die Werke immer sonntags von 11 bis 17 Uhr zu sehen. Und zwar im Altem Rathaus Höfingen, Pforzheimer Straße 11.

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