American Football Die Alligators behalten ihre weiße Weste

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Moritz Wieler wird hart angegangen: Der Quaterback der Leonberg Alligators muss im Spiel gegen die Bruchsal Barocks verletzungsbedingt raus. Foto: Andreas Gorr

Leonberg - So heftig und hart wie die Bässe aus den Boxen wummern, wenn die Leonberg Alligators ihre Heimspiele auf dem Kunstrasen an der Jahnstraße austragen, so geht es auch auf dem Platz zu. Kompromisslos stoppt Teophil Hammann als letzter Mann der Defensive den durchgebrochenen Gegner auf dem Weg zum Touchdown, beendet Robin Mack mit seinen Tacklings ein ums andere Mal den Lauf des Ballführenden. Die Alligators bieten den rund 250 Zuschauern beste sportliche Unterhaltung. Und sie eilen mit ihren Seniors in ihrer Premieren-Saison in der Kreisliga Baden-Württemberg von Erfolg zu Erfolg. Mit dem 38:13 gegen die Bruchsal Barocks haben sie den fünften Sieg im fünften Spiel eingefahren und sich damit die Halbzeit-Meisterschaft gesichert.

Woher diese Überlegenheit kommt? „Wir sind frischer von der Mentalität her und machen das, was uns sinnvoll erscheint“, sagt der Trainer Fabian Hoyer. „In dieser Klasse kann man Spaß haben, der Ernst kommt dann früh genug.“ Das hat sich herumgesprochen. Die Alligators haben Zulauf aus Böblingen bekommen, nachdem die Bears auf der Suche nach einem festen Platz gescheitert sind und ihre Lizenz zurückgegeben haben. Ein gutes Dutzend der Landesligaspieler kam nach Leonberg. Auf dem Spielberichtsbogen der Alligators standen nun 47 Namen, der Gegner aus Bruchsal war nummerisch deutlich unterlegen. „Solch eine Kadertiefe braucht man auf Dauer“, sagt Hoyer, „der Wettbewerb innerhalb des Teams funktioniert bei uns noch sehr freundschaftlich.“

Der Trainer sieht zu viele Fehler

Auch wenn der Spaß im Vordergrund steht, der Anspruch des Coaches ist hoch. Aus seinem Ärger nach dem Spiel gegen die Bruchsal Barocks macht er keinen Hehl, auch wenn das Ergebnis einmal mehr deutlich ausfiel: „Ich bin überhaupt nicht zufrieden. Gemessen an unserem Potenzial war das Müll. Wir haben viel zu viele dumme Fehler gemacht.“

Ein Field Goal von Jan Bartosch und zwei Touchdowns durch Lukas Dank und Theophil Hammann standen im ersten Durchgang auf der Habenseite. Bruchsal kam zu fünf Punkten, was den Leonberger Offensiv-Kapitän Lukas Dank auf den Plan brachte. Er nahm sich seine Jungs zur Brust: „Jungs, konzentriert euch. So viel Punkte hat nicht mal Heidelberg gegen uns gemacht.“

Der Quarterback muss verletzt raus

In der zweiten Hälfte lief das Angriffsspiel zunächst besser. Tobias Egeler mit zwei Touchdowns sowie Luis Turian mit einem Lauf über 70 Yards bis in die Endzone erhöhten. Bruchsal gestaltete das Ergebnis am Ende mit den acht Zählern zum 13:38 zumindest etwas freundlicher. Wermutstropfen bei den Alligators: Quarterback Moritz Wieler musste im letzten Viertel verletzt raus. Ob er in vier Wochen, wenn Leonberg nach Albstadt muss, wieder fit sein wird, ist ungewiss.

Nach dem Aufstieg findet sich auch das U 19-Team der Alligators in der Landesliga immer besser zurecht. Nach hartem Kampf wurden an der Jahnstraße die Ravensburg Razorbacks mit 22:20 niedergerungen.

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