Advent Ehrenamtliche stemmen nur die kleinen Märkte

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Die meisten Weihnachtsmärkte, wie in Renningen, werden allein von der Stadtverwaltung koordiniert. Foto: factum/Archiv

Advent - Nichts da mit Weihnachtsglöckchen. Das war ein echter Paukenschlag, als die Nachricht aus Weil der Stadt kam, dass der Weihnachtsmarkt dieses Jahr nicht stattfinden würde. Das ehrenamtliche Organisationsteam war ausgestiegen, und die Stadt konnte so kurzfristig nicht einspringen. Inzwischen hat sich eine kleine Lösung gefunden – zumindest für dieses Jahr: mit dem Weiler Winterzauber, den die Vereine gemeinsam auf die Beine gestellt haben. Wie es im nächsten Jahr weitergeht, das wird sich erst noch zeigen. Doch wie funktioniert die Organisation der Adventsmärkte eigentlich in anderen Kommunen?

Eins ist klar: Mit rund 120 Marktständen, dazu dem Mittelaltermarkt und dem Wichtelwald ist der Weiler Weihnachtsmarkt mit Abstand der größte in der näheren Umgebung. Selbst im Vergleich zu Leonberg, wo immerhin rund 100 Buden jedes Jahr zum Bummeln einladen. Das zu wuppen, ist ein immenser Organisationsaufwand. Umso erstaunlicher ist es, dass diese Aufgaben in Weil der Stadt bislang immer ein Team aus Freiwilligen gestemmt hatte. Denn bei den Adventsmärkten im Umkreis liegt die Koordination im Hintergrund fast ausschließlich in den Händen der Verwaltung – mit Ausnahme von kleinen Märkten wie in Warmbronn und Gebersheim. Auch der Markt in Heimsheim liegt in der Hand von Ehrenamtlichen.

100 Stände beim Leonberger Nikolausmarkt

Der Leonberger Nikolausmarkt hat mit seinen rund 100 Ständen eine stattliche Größe. „Die Organisation liegt seit jeher beim Ordnungsamt Leonberg“, berichtet Tom Kleinfeld, Sprecher der Stadt. Einiges gibt es dann zu tun, im Vorfeld Werbung, Einteilung der Stände, Zusagen an die Teilnehmer, Programm erstellen, Personaleinteilung für die Markttage, Kontakt zu Polizei und Feuerwehr und so weiter und so fort. An den Markttagen und direkt danach stehen ebenfalls einige Aufgaben an wie die Marktaufsicht und die Abrechnung. So gesehen ist „nach dem Nikolausmarkt vor dem Nikolausmarkt“. Denn auch die ersten Anfragen und Anmeldungen kommen oft gleich im Anschluss. „Die hauptsächliche Organisation aber fängt im September an.“

In Renningen und Rutesheim, auch wenn die Märkte hier mit 50 bis 60 Ständen etwas kleiner sind, liegt die Organisation ebenfalls ausschließlich in den Händen der Stadtverwaltung. Die Stände werden natürlich in großen Teilen wie auch in Leonberg von Ehrenamtlichen betrieben, doch die Arbeit im Hintergrund läuft immer über das Rathaus. Die Stadt Renningen hält zum Beispiel sogar die Stände vor und lässt sie zum Markt vom städtischen Bauhof aufstellen.

In Heimsheim organisieren Ehrenamtliche den Markt

Ein bisschen anders sieht die Situation zum Beispiel in Weissach und Heimsheim aus. „Unser Nikolausmarkt in Weissach wird seit dem Jahr 2016 vollständig vom Rathaus organisiert“, berichtet der Bürgermeister Daniel Töpfer. Der Marktmeister und Vollzugsbedienstete kümmert sich um die Organisation, spricht mögliche Standbetreiber an, regelt die Anmeldungen und Zuteilungen und alles andere. Vereine oder andere Ehrenamtliche sind nicht mehr in die Organisation eingebunden, da sich, ähnlich wie in Weil der Stadt, eine bestehende kleine Organisationsgruppe nach dem Nikolausmarkt 2015 aufgelöst hat. „Für mich war klar, dass der Nikolausmarkt nicht daran scheitern darf oder gar nicht mehr stattfindet, und so ist kurzerhand das Rathaus eingesprungen, was sich bewährt hat.“ Ihre Hütten stellen die Standbetreiber aber selbstständig auf, etwa 20 Stück waren es bislang immer.

Der Weihnachtsmarkt in Heimsheim ist einer der wenigen größeren, die seit der Gründung vor 33 Jahren von Ehrenamtlichen gestemmt wird. „Ohne dieses ehrenamtliche Engagement würde der Weihnachtsmarkt nicht stattfinden können“, sagt der Bürgermeister Jürgen Troll. Mit rund 50 Ständen wartet der Markt auf. Allerdings hat die Stadt in den vergangenen vier Jahren den Ehrenamtlichen und den beteiligten Vereinen verstärkt unter die Arme gegriffen. Aus Haftungs- und Versicherungsgründen zum Beispiel tritt die Stadt als Veranstalterin auf, „mit Blick auf Transparenz und Nachprüfbarkeit wird die finanzielle Seite über die Stadtkasse abgewickelt“. Die Stadt übernimmt zudem die Kosten für Strom, Karussell, Bauhofleistungen und dergleichen.

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