1250 Jahre Rutesheim Mit Rhythmus gegen den Regen

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  Foto: factum/Weise , www.factum-fotojo

Rutesheim - Es gießt aus Kannen. Doch die Aktiven des Fanfarenzugs Weil der Stadt spielen unverdrossen „Brasil“ – so als wollten sie mit den südamerikanischen Rhythmen die dunklen Wolken vertreiben.

Und tatsächlich hat es der fröhliche Festzug, mit dem Rutesheim seine erste Erwähnung vor 1250 Jahren feiert, nicht verdient, dass es mittendrin derartig heftig schüttet und die fast 3500 Zugteilnehmer binnen Sekunden klatschnass werden.

Es spricht für die ausgelassene Grundstimmung der viertägigen Geburtstagsparty, dass sich weder die Akteure, noch die Zuschauer davon beeindrucken lassen.

Im Gegenteil: Großer Beifall brandet auf, wenn die Zugteilnehmer an den Stufen vor der Christian-Wagner-Bücherei vorbeilaufen, auf denen auch die Ehrengäste Platz genommen haben. Der Alt-Landrat Bernhard Maier ist gekommen, die Bürgermeister Georg Brenner (Gerlingen), Wolfgang Faißt (Renningen) , Michael Seiß (Friolzheim), Daniel Töpfer (Weissach) und Jürgen Troll (Heimsheim).

Nur von der Leonberger Stadtspitze ist niemand da. Die drei Bürgermeister stellen zeitgleich ihren Rathaus-Neubau der Öffentlichkeit vor. Die Fahne der Großen Kreisstadt halten Helmut Noë, der Chef der CDU-Kreistagsfraktion, und der frühere Staatssekretär Joachim Rückert hoch. Wobei jener beim letzten großen Jubiläum, der 1200-Jahr-Feier, noch selbst in Rutesheim gewohnt hatte.

Bürgermeister Dieter Hofmann fährt als Gastgeber in einer Kutsche im Zug mit, flankiert vom freundlich winkenden Landrat Roland Bernhard und dem Ehrenbürger Winfried Reichert. Ebenfalls in einem Wagen ist das schwarz-grüne Landtagsduo Sabine Kurtz/Bernd Murschel aus Leonberg.

Welche hohe Wertschätzung die alte Gemeinde und junge Stadt in der Region genießt, zeigt die hohe Zahl der auswärtigen Festteilnehmer. Der Erste Beigeordnete Martin Killinger, der mit launigen Worten den Umzug moderiert, kündigt nicht nur örtliche Gruppen an: die SKV, die Royal Rangers, gemeinhin als Pfadfinder bekannt, den Musikverein, den Obst- und Gartenbauverein oder die Schulen und Kirchengemeinde. Gemeinsame Sache machen die Feuerwehr und die Rot-Kreuzler mit ihren Kameraden aus der österreichischen Partnerstadt Scheibbs.

Für einen Hauch von Fasnet sorgen mehrere Gruppen des Karnevalvereins Leonberg und die Guggemusiker Sotanos aus Renningen. Die Stadt Leonberg grüßt zwar nicht mit Bürgermeistern, dafür aber mit leibhaftigen Mönchen. Die Sänger der Liederlust Perouse geben ein Spontanständchen. Und die Line-Dancer von „Steppin out“ lassen sich vom strömenden Regen bei ihrer Tanzeinlage nicht stören.

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