125 Jahre TSF Ditzingen Gallisches Dorf an der Schwelle zum Profitum

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  Foto: Bartek Langer

Ditzingen - Fast 5000 Fans wollten das Regionalliga-Derby im November 1994 gegen die in der Vorsaison abgestiegenen Stuttgarter Kickers sehen. Das kleine ­Stadion an der Lehmgrube platzte aus allen Nähten. „Die Leute sind sogar auf den Bäumen gesessen!“, erinnert sich Guido Braun und lacht. Zuvor hatten Stuttgarter „Edelfans“ auf der Geschäftsstelle angerufen, um eine Sitzplatzkarte für die Haupttribüne zu ordern. „Ich sagte, ihr könnt euch eine ­Karte kaufen, aber bei uns steht ihr!“, ­erzählt der damalige stellvertretende ­Abteilungsleiter. Und auch an dem Spiel hatten die Gäste-Fans keine Freude – ­Ditzingen gewann mit 3:0. „Zweimal ­Dundee und einmal Russo“, sagt Braun, als wäre das Spiel erst gestern gewesen.

Doch es ist schon eine Weile her, als die Kickers, der 1. FC Nürnberg oder Waldhof Mannheim ins Strohgäu kamen. Zuletzt gab es in Ditzingen im Jahr 2000 Regionalliga-Fußball.

Fünf Aufstiege in sechs Jahren

Ihren Einstand in der Regionalliga Süd gaben die Grün-Weißen in der Saison 1994/95 – zuvor waren fünf Aufstiege innerhalb von sechs Jahren gelungen. „Das war die Hochphase des Fußballs in Ditzingen und deutschlandweit eine herausragende Leistung“, betont Braun, der von einem „gallischen Dorf an der Schwelle zum Profifußball“ spricht. Und Marcel Dußling, ­damals ebenfalls Vize-Abteilungsleiter, ­ergänzt: „Am Anfang wurden wir noch ­belächelt, aber später hoch respektiert.“

Wenn die beiden über das erfolgreichste Kapitel der Ditzinger Fußballgeschichte sprechen, dann ist vor allem ein Name zu hören: Eberhard Ruf – der Ditzinger Unternehmer war Abteilungsleiter und Geld­geber in Personalunion und für Sprüche wie etwa „Lieber mit echte Kerle in der ­Bezirksliga als mit Seggl in der Oberliga” bekannt. „Das Ganze hatte mit seiner ­Vision angefangen. Es war sein Traum, die Mannschaft von der Kreisliga B in die dritte Liga zu führen“, sagt Braun. Und dies habe er „konsequent“ und „mit seiner begeisterungsfähigen Art“ verfolgt. Maßgeblich ­beteiligt war auch der Spielleiter Manfred Zimmermann, die gute Seele des Clubs. Der prägende Trainer zu Regionalligazeiten hieß Michael Feichtenbeiner.

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